St. Etienne du Mont

Cor de Basset, Sonntag, 24. Februar 2013, 13:13 (vor 4986 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Cor de Basset, Sonntag, 24. Februar 2013, 13:46

Die Geschichte der Orgel von St. Etienne-du-Mont und ihre verschiedenen Dispositionen können hier auf Französisch und Englisch nachgelesen werden. Bis zum Umbau der Orgel in den 50er Jahren durch Beuchet-Debierre gab es einen dreimanualigen mechanischen Spielschrank, der sich zwischen Rückpositiv und Hauptgehäuse befand. Das vierte Manual "Echo" ist kein Fernwerk, sondern ein schwellbares Zusatzwerk, das im früheren Treppenhaus zur Empore unter der Orgel untergebracht ist. Ein Teil des Pfeifenwerks vom Positiv befindet sich im Hauptgehäuse an der Stelle des früheren Spielschranks, der komplett entfernt wurde. Die Traktur ist elektrisch.


Hallo!

Hier muss ich leider korrigieren:

Unter der Orgelempore befinden sich in der Tat Register. Das sind jedoch einige Pedalregister.
Das Echo befindet sich im (mit Blick vom Kirchenchiff zur Orgel) linken Seitenschiff, über dem Emporenzugang, mit sichtbaren Schwelljalousien zum Kirchenschiff. Auf einigen Bildern, wie diesem oder diesem, kann man die Jalousien im Hintergrund erkennen. Dem Werk kann man somit durchaus "Echo" bzw. "Fernwerk"-Qualitäten zuschreiben.
Die ebenfalls vom vierten Manual aus spielbar Chamade befindet sich allerdings liegend auf dem Hauptgehäuse.

Gruß
Karsten

Danke für die Korrektur, Karsten; ich hätte den Text genauer lesen sollen: Daraus geht in der Tat hervor, dass von den 90 Registern 56 im Gehäuse untergebracht sind, ein Teil der Pedalregister zwischen der Unterkante der Orgelempore und dem Türrahmen des Eingangsportals, und das "Echo" im ehemaligen Treppenhaus zur Orgelempore auf der linken Seite.

In Frédéric Blancs Duruflé-Buch ist auf S. 42 ein Foto von Duruflé von 1930 am alten Spielschrank der Orgel von St. Etienne-du-Mont zu sehen. Im gleichen Kapitel auf S. 43 erwähnt Duruflé auch, dass die Hauptorgel ab 1938 bis 1957 nicht mehr spielbar war und ausschließlich die 14-registrige pneumatische Chororgel von Théodore Puget verwendet wurde. Duruflé war mit der Hauptorgel von Anfang an nicht zufrieden, und Louis Vierne schreibt in seinen Erinnerungen: "Seine Orgel - welch ein schrecklicher Kuckuck! ... Es wird ernsthaft erwogen, sie wiederherzustellen; der Himmel gebe, dass dieser Plan so bald wie möglich Wirklichkeit werde" (übersetzt und herausgegeben von Hans Steinhaus. Köln 2004, S. 107).

Den Charakter eines Fernwerks hat das Echo-Werk für mich - ungeachtet der Positionierung - aber keineswegs. Es ist klar ersichtlich, was Duruflé bewog, es hinzuzufügen: Mit dem "Echo" auf dem 4. Manual erhielt man ein weiteres schwellbares Teilwerk zusätzlich zum Récit, da das schon vorhandene (und durch Beuchet-Debierre erweiterte) Positif nicht schwellbar war; die 14 Register des "Echo" umfassen alle wesentlichen Grundstimmen 16'-2' und eine Schwebung, vier Zungenregister, Sesquialtera und Plein-Jeu. Die Trompette en chamade wurde 1991 durch Bernard Dargassies hinzugefügt.


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