Platzprobleme in Orgelgehäusen

Cor de Basset, Sonntag, 24. Februar 2013, 20:30 (vor 4986 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Cor de Basset, Sonntag, 24. Februar 2013, 21:00

In einer englischen Kathedrale habe ich auch schon gesehen, dass dort die 32' völlig ausserhalb des Orgelgehäuses (z. Bsp. im Seitenschiff) auf einer eigenen Lade auf dem Kirchenfussboden an einer Wand stehen. Von den Kirchenbesuchern nur durch ein Geländer abgetrennt.

Ein Beispiel hierfür ist die Orgel der Kathedrale in Exeter, Großbritannien. Dort befinden sich die größten Pfeifen des Contra Violone 32' an der Südwand des Querschiffes, während das Hauptgehäuse auf dem Lettner steht, und ein weiteres Teilwerk seitlich oben im Hauptschiff in der "Minstrels' Gallery". Die beiden Pedalregister Open Diapason 16' und Contra Trombone 32' (mit halber Becherlänge) liegen horizontal auf dem Boden des Lettners links vom Orgelgehäuse, der Spieltisch steht auf der gegenüberliegenden Seite. Weitere Infos zur Orgel gibt es hier.

Auch ein Teil der Holzpfeifen des Pedals in der Hauptorgel von St. Etienne-du-Mont in Paris unter der Orgelempore sind (wie hier zu sehen) liegend montiert.

Bei allen Orgeln mit liegenden 32'-Pfeifen, die bisher erwähnt worden sind (Zürich, Freiburg, Heidelberg und Hildesheim) fällt mir auf, dass ausschließlich Beispiele aus dem 20. Jahrhundert angeführt wurden. Selbst die "Dome Section" in der St. Paul's Cathedral in London beruht bis auf eine Ausnahme (Double Open Wood 32' von 1877) im Wesentlichen auf Pfeifenwerk von 1900, 1930, 1977 und 2008, wie hier zu lesen.

Wenn also liegende 32'-Register nicht ganz ungewöhnlich sind, wie ist es dann zu erklären, dass Daniel Roth den liegenden Contrebasse 16' in St. Sulpice in Paris ausdrücklich erwähnt? Könnte es sein, dass Cavaillé-Colls Platzierung dieses Registers im Jahre 1862 eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Lösung von Platzproblemen in einem Orgelgehäuse darstellte?

Zwei weitere interessante Platzierungen von Holzpfeifen sind mir bei einer privaten Besichtigung der Orgel in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles mit Manuel Rosales und Stefan Stürzer 2010 aufgefallen:

An der Decke angebrachte Holzpfeifen in einem der drei Schwellwerke (bei dem es sich nach meiner Erinnerung um den Bourdon 16' im Swell handeln dürfte; vgl. die Disposition):
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Auf dem Kopf stehende Holzpfeifen des Pedals:
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