Die Orgel der ev.Kirche/Duisburg-Meiderich

untersatz32 ⌂ @, Amriswil, Samstag, 02. März 2013, 22:59 (vor 4978 Tagen) @ Friedrich

Trompeten in Haupt- und Schwellwerk sind im Gegenteil eigentlich typisch für Klotz, ab einer gewissen Größe - das Beispiel Antoniterkirche Köln hatten wir ja gerade.


Seine Musterdisposition im BvdO, die zu dem beigelegten Orgelquerschnitt (mit eingezeichneten Seilzugtrakturen) gehörte, lautete:

I. Rückpositiv
Gedackt 8', Rohrflöte 4', Prinzipal 2', Zimbel III, Krummhorn 8'

II. HW
Bordun 16', Prinzipal 8', Rohrflöte 8', Oktave 4', Spitzflöte 4', Nachthorn III 2 2/3' (= Cornet III), Mixtur IV 2', Rauschzimbel III (IV?), Trompete 8'

III. SW
Holzflöte 8', Viola di Gamba 8', Prinzipal 4', Scharf VI 1 1/3', Dulzian 16', Trompete 8'

Pedal
Subbass 16', Offenbass 8', Choralbass 4', Rauschpfeife IV 2 2/3', Posaune 8'

Heute denke ich immer noch: Nicht übel für eine Minimaldisposition, da steckt eine Menge Reflexion dahinter – und genaue Kenntnis aller europäischen Orgelbautraditionen, die englische eingeschlossen.


Nee, das war schon gut überlegt. Da darf man doch den einen oder anderen Hut ziehen.

Gruß,
Friedrich

Stimmt.

Leider dann eher selten SOOO konsequent umgesetzt, denn dann wurden halt meist statt der wichtigen Gamba im SW irgenein Rohrflötenquintpommer gebaut, die SW-Trompete zur Rohrschalmey degradiert, der Kornett im HW mit Nonen versehen und die HW-Mixturen höher gelegt, im RP dann Regal statt Krummhorn etc:
alles Dinge, die in der Gesamtheit die guten Ueberlegungen, die hinter solch einem, mir vom Prinzip her auch sympathischen Konzept, wieder ad absurdum führen. Leider!

Mit der o.g. Orgel könnte man viel, sehr viel machen, sofern sie gut intoniert wäre.

Gruss

Thomas

--
Thomas Haubrich


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