Labialer 16' als Podest unter Truhen- bzw. Positivorgel

Oliver Horlitz ⌂, Samstag, 09. März 2013, 17:18 (vor 4973 Tagen) @ Orgelbaumeister

Hallo,

ich erinnere mich dass Fa. Oberlinger einen labialen 16' (sog. Kubus 16' o.ä.) gebaut, und im Programm hatte. Wir hatten bisher in unserer Firma noch nicht die Zeit uns damit ausführlich zu beschäftigen.

Der Kubus, den ich mal hören konnte, machte eher undefiniert "huibuh". Allerdings hat mir jemand erzählt, daß er drei Orgeln mit Kubus bei Oberlinger probieren konnte, einer habe ganz passabel geklungen, bei einem anderen sei ein deutlich Quintklang zu hören gewesen und der dritte muß ähnlich dem geklungen haben, den ich hörte. Ich stelle mir auch vor, daß so ein Kubus schwer bis nicht zu intonieren ist: Muß doch eine Pfeife nach Okarina-Art eine ganze Oktave abdecken. Wenn die tiefen Töne ordentlich ansprechen sollen, könnte es passieren, daß die hohen Töne kurz vor dem Übberblasen sind (was die hörbare Quinte aus Nr. 2 erklären würde).

Da sind Doppeltonpfeifen oder Dreitonpfeifen intonatorisch noch wesentlich handhabbarer, weil sie zehn oder acht Töne, die der Kubus mehr abdeckt, nicht erreichen müssen. Und mit solchen Pfeifen (z.B. Dreitonpfeife C,Cis,D, dann Dis, E, F, dann Zweitonpfeife Fis, G und Gis, A und schließlich zwei einzelne Pfeifen B und H) ließe sich auch Platz sparen. Allerdings ist der bauliche Aufwand für die Mehrtonpfeifen hoch.

Alternativ könnte man die große Oktave auch akustisch bauen, ein gelungenes Beispiel an einer Truhenorgel (allerdings hinter dem Spieler) kann man im Museum der Oskar-Walkerschule besichtigen...

Und wenn man es ganz platzsparend haben will, dazu noch dynamisch, dann könnte man doch lingual bauen, wie es die Fa. E.F.Walker im 19. Jhdt. getan hat. Ein "Serpent 16´" ist auch noch per Winddrossel dynamisch..


meint, fröhlich grüßend,
Oliver


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