Oberlinger geht ein Messer suchen...

chp, Montag, 11. März 2013, 22:07 (vor 4968 Tagen) @ hinterSatz

Hallo,

Ich habe in einem Fernsehbericht über Moscheen in Afghanistan vor ein paar Jahren mal einen muslimischen Mönch Liturgie singen gehört, keine Ahnung ob das eine Koransure war, das war so schön, wenn ichs behalten hätte, wo das war, ich wäre ihn mal besuchen gegangen, und so viele Zwischentöne gab es da eigentlich nicht.

war das wirklich ein Mönch und Moslem? Es gibt buddhistische Mönche, im Islam aber eigentlich keine. Vielleicht war es Sufi/Derwisch? Oder einfach ein Vorbeter oder Immam? Die Rezitationen sind ja auch halber Gesang. Ich weiß nicht, ob Koransuren bei Sunniten oder Schiiten überhaupt gesungen werden dürfen. Allerdings habe ich Musik mit Gesang aus Al Andalus, dem mittelalterlichen Spanien bzw. Andalusien der Sarazenenzeit, bei der eine Bekannte den Text als Koransuren identifiziert hat.

Die Orgel hat ja auch vor dem 2.Weltkrieg einen Eingang in die Synagogen gefunden, aber da ists mit der Orgel glaube ich auch vorbei.

Das erfolgt bei liberalen (und auch reformierten?) jüdischen Gemeinden im 19. Jahrhundert parallel zur Entwicklung des deutschen Nationalstaats und stellt eine gewisse Anpassung an oder Übernahme von christliche(n) Gepflogenheiten dar. Orthodoxe und konservative Gemeinden lehnen die Orgel im Gottesdienst aber ab. In dem von Andreas Willscher herausgegebenen und bei der Edition LVS verlegten Band über Orgelmusik jüdischer Komponisten finden sich auch Stücke (Präludien), die offensichtlich für den Gottesdienst gedacht waren. Den darin enthaltenen Walzer "Wiener Praterleben" von Siegfried Translateur habe ich für den Faschingssonntag 2014 vorgesehen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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