GD der Synode der EKiR. Nun danket alle Gott mit Band?

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 26. Januar 2026, 13:44 (vor 214 Tagen) @ jens79

Melodiam dei recipite ist der Wahlspruch des nwuen Erzbischofs.


ich weiß, aber das macht es nicht besser, ganz im Gegenteil, auch wenn es auf Latein nicht ganz so banal klingt.
"Melodie" ist keine theologische Kategorie, nichts was man Gott zuschreiben könnte.
Schiefe Bilder und Vergleiche sind ja eines der untrüglichsten Kennzeichen von schlechter Texte.
Insofern passt die Musik auch wieder gut.

Ich ergänzte ja meinen vorigen Beitrag, dass ich nur von der Ausführung sprach. Und ja, sauber gesungen und gespielt ist für mich schon was Positives, gibt es bei Orgel auch nicht immer, auch nicht bei Synoden-GD oder aus Domkirchen, vor allem aber am kleineren Parkett, und da freue ich mich, wenn eine Sängerin schon mal überhaupt singen kann und nicht eingesetzt wurde, weil sie Frau oder "modern" ist oder nicht dem Kirchenchor angehört. Großé Kunst ist das nicht, schon klar.
Die Stücke dioeses Genres verteidige ich nicht und stimme zu, dass vor allem textlich vieles sehr dünn ist, wie immer. Auch die hier genannte "Melodie Gottes" ist für mich tatsächlich kein wirklich nutzbarer Begriff.
Auf unserer regionalen Kimu-Tagung diskutierte ich mit Dennis Bischoff, dem neuen Popkantor der Nordkirche (sehr nett und er kann was - hat allerdings kein KM-Diplom, sondern Schumu. Durfte ich mit ihm überhaupt sprechen? ;-). Und zwar ging es um das Monatslied-Projekt. Dort gibt es aktuell wohl an die 80 in Auftrag gegebene oder aus dem Redaktionskreis kommende Stücke. Etwa ein Zehntel davon ist Repertoire unserer Gemeinde - Stücke, die nicht nur "Spaß" machen, sondern auch inhaltlich zumindest eine Kleinigkeit bieten. Über den Rest und auch die Titel, die er uns neu mitbrachte, sprach ich mit ihm - dass ich es in vielen Kontexten günstig finde, dass "Gott" als Wort nicht vorkommt, aber ich brauche doch irgendwelche Inhalte, die an kirchliche Themen anschließen können. Da war bei den letzte Woche vorgestellten zwei Titeln sehr wenig dabei. Er nahm diese Meinung aufmerksam mit - drei Theologen wären im Redaktions-Team, und es wird sehr genau über jedes Lied gesprochen, aber tatsächlich gibt es eine Überzeugung, dass sozusagen die Deutungshoheit sehr individuell bzw. im Zweifel breit verteilt wird. Ich führte meine Kritik weiter, dass es dann aber nur mehr um ein "schönes Gefühl" ginge. Dies bejahte er, eine schönes Gefühl fände er erst mal richtig (mit Blick auf Fernstehende etc.). Darin wiederum kann ich ihm Recht geben, dieses Gefühl hat man auch beim Besuch einer schönen Kirche, oder wenn man dort Musik hört, deren Inhalt völlig fremd ist.
Sicherlich glauben auch in der Nordkirche einige Hauptverantwortliche, dass diese Musik den Absturz der Kirche als einzige retten kann. Dies sehe ich natürlich völlig anders. Aber ich weiß, dass diese Musik, vor allem das Bessere aus ihr, unter den vielen Mitteln zur Bremsung des Kirchenverfalls eine Rolle spielen kann. Eine unter vielen, wohlgemerkt, und da gehören selbstverständlich die ererbten Schätze der kirchenmusikalischen Hochkultur dazu.


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