Maerz Vilsbiburg - War: Eine Kirchenorgel mit Kuhglocken und Alphörnern

MCVL @, Donnerstag, 19. Februar 2026, 22:23 (vor 191 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Freitag, 20. Februar 2026, 01:06

http://www.linder-orgelbau.de/Schleching.htm


Wofür steht denn "Tibia Cornelis"? Wenn ich mich recht erinnere, ist Tibia das Schienbein ...


Aber auch ein Name für Flöte. Tibiae haben bei gewissen Tieren diese praktische Altflöten-Länge. In der Theatre-Orgel-Szene sind es fetteste Gedeckte, die eigentlich nur mit möglichst schnellen Tremulant erträglich sind.

Und in der süddt. Romantik findet man sie beispielsweise bei F.B.Maerz als typische Bezeichnung für eine weite, offene Flöte.


Bei Ignaz Weise handelte es sich in den unteren Oktaven um ein offenes Holzregister, welches im Diskant zu 60 % Zinn wechselte und überblasend ausgeführt war. Das einzige achtfüßige Flötenregister, welches Weise im Reporoire hatte.


Fast identisch bei Maerz. Da gab es auch seltenst was anderes ausser Tibia 8' und Gedeckt 8' bei den weiten Registern. Auch Maerz baute sie im Bass aus Holz und ließ sie häufig ab c" überblasen. Als Besonderheit sind seine Tibias nicht immer zylindrisch, sondern beispielsweise in Fridolfing und Garching leicht konisch (die Traversflöten 4' haben meist die identische Mensur), oder sogar ganz leicht trichterförmig wie in St.Zeno.
Viele Grüße
Uli


Damit dürfte auch eindeutig gesichert sein, wo Weise als langjähriger Maerz-Mitarbeiter diese Bauart kennengelernt hatte.


Viele Grüße

Mark

Mir ist heute die Disposition der Maerz-Orgel für Vilsbiburg Pfarrkirche in die Hände gefallen, die bislang weder Brenninger noch Hammermayer publiziert haben.

Es gibt hier noch eine weitere verblüffende Parallele zwischen Maerz und Weise. Und zwar die vierfache Mixtur 2 2/3' + 2' + 1 1/3' + 1', die bei c2 repetiert und dann die Terz einführt.
Dasselbe Mixturmodell lieferte Ignaz Weise von seinen frühesten Orgeln an bis zu seinen Spätwerken.
Völlig anders als die gängigen repetitionslosen Cornett-Mixturen des süddeutschen Orgelbaus dieser Zeit wie beispielsweise bei Steinmeyer.

Für Vilsbiburg wurden durch Maerz übrigens Kegelladen mit einschlagenden Ventilen angeboten, die Kegelbetätigung sollte durch Keilbälge erfolgen.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)


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