Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg

Friedrich @, Dienstag, 16. Juli 2019, 17:45 (vor 2655 Tagen) @ stein

Was gibt es an der Chororgel der Jesuitenkirche Heidelberg zu bemängeln?
Soo schlecht ist die doch nicht?


Ich habe sie vor Jahren in einem Fastengottesdienst mit dem fähigen Organisten vor Ort erlebt und war von ihren schönen Klang beeindruckt.

Ich habe sie dieses Jahr am Weißen Sonntag gehört und saß nur ein paar Meter davon entfernt. Sie klingt wirklich wunderschön. Sorgfältig, aber nicht zu glatt intoniert, direkt und lieblich. Zur Chorbegleitung taugt sie nur bedingt, denn in der Nähe ist eigentlich kein Platz für einen Chor vorgesehen. Die Orgel steht zwischen zwei Wandpfeilern vor und unter einem Südfenster zu ebener Erde, gleich davor stehen Kirchenbänke. Sie ist einfach nur ein schönes Instrument, für Hörer wie Spieler lohnend – sowohl Herrn Uhl (dortiger Organist) als auch andere Musiker habe ich nur davon schwärmen hören.

Im selben Gottesdienst hat Herr Uhl auch die große Schweizerin gespielt, und ich kann nicht nachvollziehen, was an der so übel sein soll. Sie klingt klar und mächtig, aber nicht übermächtig im Raum, schön ausgewogen zwischen dem brillanten Prinzipalchor und den Pedalzungen. Vielleicht hatte ich den Vorteil, dass die Kirche wirklich voll war. In der strengen Jesuitenarchitektur wirkt auch der – hier schon oft geschmähte – Prospekt charakteristisch und überzeugend. Die starken Vertikalen der Pfeiler und Pilaster halten die Asymmetrie der Prospekttürme spielend leicht aus.

VIele Grüße
Friedrich


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