Orgelprojekt Basilika St. Kastor, Koblenz

Cor de Basset, Sonntag, 17. Juni 2012, 19:13 (vor 5191 Tagen) @ Cor de Basset

Was wäre angesichts eines Orgelneubaues von mehr als einer Million Euro teurer gewesen: Der Ausbau der Superoktavkoppeln in zwei Manualen, oder drei zusätzliche Tasten im Diskant für alle Manualregister?

Meine flüchtige Berechnung ergab: Bei den ausgebauten Superoktavkoppeln in den Manualen II und III (Töne b'''-a'''') umfasst dies etwa 336 zusätzliche Pfeifen; für eine Alternative mit erweitertem Klaviaturumfang in allen vier Manualen (61 Tasten, Töne b'''-c'''') wären etwa 170 zusätzliche Pfeifen erforderlich, zuzüglich der erweiterten Spieltraktur und Koppelmechanik bzw. -elektrik.

Hinsichtlich des Konzepts einer Superoktavkoppel ist es interessant zu sehen, dass Christian Scheffler bei seiner Restaurierung/Rekonstruktion der großen Sauer-Orgel im Bremer Dom (mit immerhin 98 Registern plus einer Transmission im Pedal) nur ein einziges Manual (II. Manual) bis a'''' für die Superoktavkoppel II/I erweitert hat; darüber hinaus wurden alle Manualumfänge bei diesen Arbeiten von 54 Tasten (C-f''') auf 58 Tasten (C-a''') erweitert.

Die Konzeption der Orgel in St. Kastor in Koblenz lässt mich (abgesehen von der, ehrlich gesagt, etwas enttäuschenden Standard-Hauptwerksdisposition) auf eine Präferenz der deutschen Romantik schließen. Ich halte es angesichts der Disponierung einer Schwebung (Unda maris) sowie der Harmonia aetheria für unwahrscheinlich, dass das Solo-Werk einen höheren Winddruck erhält, sondern vielmehr eine zusätzliche Klangebene bieten soll.


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