Prinzipal-Aufbau

MichaelS ⌂ @, Brackenheim, Donnerstag, 21. Februar 2013, 11:52 (vor 4989 Tagen) @ Reinhold Schafroth

Ein Principalaufbau muss nicht immer "lückenlos" sein. So verzichtet z. B. Walcker in Schramberg sogar auf einen Principal 8´ zwischen dem Principal 16´ und demr Octav 4´, der 8´-Principal (teilw. Prospekt) steht im zweiten Manual. Schnitger verzichtet bei größeren Orgeln auch schonmal auf die Octav 4´ des Hauptwerks, wenn ich mich richtig erinnere.
Auf einen 2´-Principal im Hauptwerk zu verzichten ist nicht unbedingt eine Sünde. Es kommt dabei immer auf die Gesamtkonzeption der Orgel an. Ist ein Rückpositiv vorhanden und dort ein Principal 2´ dann plädiere ich für die Flöte 2´ im Hauptwerk, quasi als Gegenspieler.
Bei der Dreimanualigen Orgel kann man ml. E. sogar ganz auf den Hauptwerks-Zweifuß verzichten. Eine Elegante Lösung ist auch (bei mechanischer Traktur mit vergleichsweise kleinem Aufwand) der Halbzug aus der Mixtur: bei einer fünffachen 2´-Mixtur läuft der 2´ normalerweise durch.
Wenn es um "Ökonomie" der Registeraufstellungen geht kann auch ein Cornettino im Hauptwerk dazukommen, als Halbzug die Zweifußflöte oder ganz "pervers": der Drittelzug: Flöte 2´ - Rauschpfeife 2 2/3´ + 2´ - Cornettino III-IV.
Im Gegensatz zum Vorabzug oder Einzelregistern ist hier halt wirklich was gespart bzw. mit vertretbarem finanziellen Aufwand eine zusätzliche Klangfarbe oder Abstufung geschaffen.

Vielleicht kommt da auch meine elsässisch-Neobarock geprägte Kindheit zu Tage an einer 1972er-Mühleisenorgel und dass ich in jedem Manual ein Terzspiel für nötig empfinde und Triosonaten mit Aliquoten spiele...


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