Setzeranlage

Dorforganist, Mittwoch, 28. Januar 2026, 11:48 (vor 212 Tagen) @ link1907

Das sagen die Orgelbauer: "Die Registeranordnung links und rechts der Klaviaturen ist übersichtlich, logisch und gut zu bedienen."<

Was sollen die auch sonst sagen?

Naja, so weit ich das dem Bild und der Beschreibung entnehmen kann, hat man sich schon was dabei gedacht. Ein Kollege hat beim ersten Blick auf die drei senkrechten Reihen Registerzüge meiner Orgel auch gesagt: "Das sieht aber nicht logisch aus" - ist es aber: in der Mitte der Reihe das Fundamentregister des jeweiligen Manualwerks, davon nach unten in aufsteigender Tonhöhe die Plenumsregister und nach oben in aufsteigender Tonhöhe die Flötenregister/Aliquoten. Die Zungen sind am unteren Ende jeder Reihe und so schnell greifbar zum Aufregistrieren. Durch einen größeren Zwischenraum getrennt dann weiter unten Tremulanten und Koppeln.

Ich finde das nach wie vor sehr praktikabel, was ich aber an meiner Orgel auch sehr nützlich finde, ist je ein mechanischer Gruppentritt "Pleno an" und "Pleno ab". Mit diesen Gruppentritten können die Plenumsregister und Zungen kollektiv zu-/abgeschaltet werden, während die anderen davon unberührt sind. Die Besonderheit dabei ist, daß die Züge der Zungen und Mixturen um 90 Grad gedreht werden können und dann von den Gruppentritten ausgenommen sind. Damit kann sowohl ein Zungenabsteller simuliert werden (wohl die häufigste Anwendung) als auch ein schnelles Choralplenum ohne Zungen und Mixturen für die Gemeindebegleitung realisiert werden (mache ich meistens nicht, weil die Gemeinde weiß, daß zwischen Vorspiel und Begleitung eine Registerpause notwendig ist). Aber auch, wenn man z.B. gerade keine Hand frei hat, um z.B. den Prinzipal 8' aus einer leiseren Registrierung zu nehmen, kann man das mit "Pleno ab" schnell bewerkstelligen.

Wenn man umgekehrt eine Solozunge beibehalten will, zieht man sie und dreht sie dann um 90 Grad, so daß sie die ganze Zeit zur Verfügung steht, während man mit dem Gruppentritt auf-/abregistriert.

Oder man bereitet eine anfangs abgestellte Zunge oder Mixtur vor, indem man sie aus der 90-Grad-Drehung zurückstellt, so daß sie mit dem nächsten "Pleno an" eingeschaltet wird.

Mit einigem Geschick und Tüfteln (und sicher auch Kompromissen) habe ich mir bislang einen Registranten erspart. Mir ist damit eine durchaus einigermaßen überzeugende Darstellung der angesprochenen Toccata aus op.59 von Reger ohne fremde Hilfe möglich, wobei natürlich klar ist, daß das eher barocke Klangbild und der fehlende Schweller keinen Original-Reger-Sound produzieren. Aber wie der Name "Spielhilfe" sagt, hilft das durchaus auch bei rein mechanischen Orgeln beim Spielen...


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