Fachliteratur

Karsten, Montag, 31. Dezember 2012, 14:28 (vor 5046 Tagen) @ Cor de Basset
bearbeitet von Karsten, Montag, 31. Dezember 2012, 14:42


Ich habe mich mit keinem Wort auf Kirchenmusiker bezogen. Es gibt (auch in Deutschland) genügend Organistinnen und Organisten, die an keine Kirchenstelle gebunden sind oder an Wettbewerben teilnehmen, sondern hauptberuflich einer Konzerttätigkeit nachgehen und mehr Geld verdienen als mit jeder kirchenmusikalischen Anstellung.

Sicher, aber das scheint mir immer noch eine kleine Minderheit in Deutschland. Und die schloss ich ja in meiner Bemerkung "Spezialisten" ausdrücklich als Zielgruppe solcher Literatur ein. Wenn man nun in Deutschland grundsätzlich die Rezeption der englischsprachigen Fachliteratur bemängelt (und dann gerade hier Lesetipps gibt), dann richtet sich die Kritik wohl auch (!) auf die "breite Masse" der in Deutschland vorhandenen Kichenmusiker. Zumindest habe ich das so verstanden.

Die Gesellschaft der Orgelfreunde hat bei weitem keine vergleichbare internationale Bedeutung oder auch nur annähernd den Einfluss, die Öffentlichwirksamkeit oder auch eine organisatorische Struktur wie die American Guild of Organists, die bereits seit 1896 existiert, und nach deren Vorbild 1951 die GdO in Ochsenhausen gegründet wurde. Somit erschließt sich mir leider nicht der Sinn Deines Verweises auf die Mitgliederverteilung der GdO nach Ländern.

Es ging mir um sprach- und landesspezifische Beispiele. Die GdO ist eben auf den deutschsprachigen Raum gemünzt, die AGO auf die USA. Das spiegelt sich eben auch in der Mitgliederverteilung wider.
Beide Organisationen sind in der Tat nur bedingt verleichbar, und eben deshalb auch mein Einwand, dass es für den "Durchschnitts-Orgelfan" hier nur von bedingten Nutzen/Interesse ist, in solchen anderen Vereinigungen dort Mitglied zu sein oder sich damit intensiv zu beschäftigen (wenn man nicht eben sowieso ein eigenes, spezifisches Interesse hat).

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Schade, dass hier ein weitverbreitetes Klischee unkritisch verbreitet wird. Es ist nicht besser als das klassische Vorurteil nicht weniger Deutscher, dass doch die meisten Amerikaner so fett seien. Hättest Du einige Zeit "drüben" gelebt, würdest Du etwas anderes schreiben. Die Behauptung, dass deutschsprachige (und andere fremdsprachige Fachliteratur) in den USA ignoriert wird, entspricht nicht der Realität, und schon gar nicht dem wissenschaftlichen Hochschul-Alltag. Dein Karg-Elert-Beispiel ist ein möglicher Fall, aber eher eine bedauerliche Ausnahme, wenn Du existierende wissenschaftliche Arbeiten im Fach Orgel einmal in größerem Rahmen studieren wirst. Die wissenschaftliche Qualität eines Christopher Anderson (Max Reger), John Near (Widor) oder Rollin Smith (Vierne, Saint-Saens, Franck…), um nur einige Namen exemplarisch zu erwähnen, sucht man in Deutschland oder Frankreich bis heute jedenfalls vergeblich.

Verzeihung für den nicht explizit angegebene Ironiemodus.
Natürlich, in ernsthaften Publikationen (wie den genannten) wäre es hanebüchen, wenn beispielsweise über die französische Orgelszene geschrieben wird, keine französische (Original-)Literatur zu zitieren. Sprachkenntnisse sind das eine, Auswertung fremdsprachiger Fachliteratur das andere.
Ich war leider noch nicht "drüben" in den USA, mir reichen, was Sprachkenntnisse angeht, völlig die Erlebnisse mit so manchem der zahlreichen Austauschstudenten und -Dozenten aus aller Welt (inkl. USA) an einer deutschen Universität. Zugegeben nicht im musikwissenschaftlichen Bereichen.

Gruß
Karsten


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