Fachliteratur

Orlos, Montag, 31. Dezember 2012, 14:46 (vor 5045 Tagen) @ Cor de Basset

Den Satz "Die wissenschaftliche Qualität eines Christopher Anderson (Max Reger), John Near (Widor) oder Rollin Smith (Vierne, Saint-Saens, Franck…), um nur einige Namen exemplarisch zu erwähnen, sucht man in Deutschland oder Frankreich bis heute jedenfalls vergeblich." finde ich etwas forsch.
Als ich meine Doktorarbeit über die Orgelwerke von Louis Vierne geschrieben habe, konnte ich sehr viel Literatur zusammentragen, aber Smith schreibt eher über das "Drumherum", weniger zu den Werken selbst. Das mag auch wissenschaftlich sein, ist aber eben ein anderer Ansatz als der analytische. Trotzdem waren auch die meisten analytischen Werke über Viernes Orgelstücke in den USA entstanden, weil eben viele amerikanische Organisten sich damals in Paris umgetan haben und universitäre Abschlussarbeiten in den USA viel häufiger sind als in Frankreich, wo sich die Musikwissenschaft noch an früheren Epochen abarbeiten muss. Übrigens war es gar nicht einfach, an diese Uni-Arbeiten heranzukommen, diese Arbeiten sind oft gar nicht gedruckt worden. Das gilt aber auch für deutsche Diplom-Arbeiten, da konnte ich eine sehr gute über Umwege in die Finger bekommen.
Ich fand es putzig, über einen französischen Komponisten zu forschen und dabei viel mehr amerikanische als französische Artikel und Bücher lesen zu müssen.
Wer sich weniger um die Analyse kümmern will, ist im Falle Viernes immer noch am besten mit Rollin Smith bedient, hier gibt es alles über das Umfeld und die beteiligten Personen zu erfahren. Das Buch ist auch in einigen deutschen Bibliotheken vorrätig.


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