Franz Schmidt & Eugène Gigout

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 17. Februar 2026, 00:31 (vor 192 Tagen) @ Dorforganist

Bei dieser Gelegenheit:

Letztes Jahr übte ich mal den Grand Choeur dialogué von Eugène Gigout, von dem ich bislang nur den Anfang im Ohr hatte. Ich war dann doch sehr erstaunt über den Mittel ab ca. Takt 43 - das kannte ich doch schon von Franz Schmidt! (Nein, ich hab die Toccata bislang nicht hingekriegt...) Chronologisch korekt müsste sein: Den Schmidt (1874-1939) kennt man doch vom Gigout (1844-1925).

Schreibt man die Stellen mal zusammen, sind die Ähnlichkeiten - gerade auch in Artikulation/Phrasierung - doch frappierend. Schmidt MUSS das Stück gekannt haben - denkbar wäre, dass er es im Orchester gespielt oder es selbst dirigiert hat. Natürlich wäre auch die Kenntnis der Orgelfassung möglich.
Während Gigout "nur" auf die Dominante G-Dur geht, strebt Schmidt mediantisch nach A-Dur. Gigout ist in der Periodik mit dem Viertakter sauberer, während Schmidt mit dem Dreitakter gleichermaßen origineller ist.
In der Transkription/Kombination unten könnte man beide Stücke gleichzeitig spielen (im bei Schmidt "leeren" Takt den vorigen wiederholen), nur ganz am Schluss, beim Schmidt-Gang nach A-Dur, hört's dann auf.
Die vollständigen Noten gibt'S bei IMSLP.

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