Gasteig-Orgel

Friedrich @, Sonntag, 16. Februar 2014, 21:36 (vor 4575 Tagen) @ zehnzweidrittel

Vor dem Hintergrund frage ich mich, ob Jann im Rahmen seines Stils eine bessere Orgel hätte anbieten können – ich vermute mal, nein. Die ist sicher sehr gut, auch dank der üppigen Aliquotenbesetzung. Aber es ist eben eine klassische Orgel.


Genau aber das ist es, was mich beeindruckt. Die Art und Weise, wie er im Rahmen seines persönlichen Stils seine Interpretation einer Konzertsaalorgel erschafft.
Eine bessere Orgel? Warum? Jann scheitert eben nicht an Dynamik und Durchsetzungskraft und eine farbenreiche Orgel steht im Saal. Damit steht in Bamberg ein Individuum, und das ist m.E. sehr wertvoll.

Das meine ich auch. Sie erfüllt ganz sicher auch ihren Zweck und ist überdies wirklich schön anzuhören. Ich meine nur, dass es Konzepte gibt, die im Zusammenspiel mit dem romantischen Sinfonieorchester noch besser funktionieren und sozusagen charmanter klingen können.

Sicher hat sich der Geschmack - gerade auch durch die vielfache Verfügbarkeit von Aufnahmen aus dem anglo-amerikanischen Raum - durchgreifend geändert. Unabhängig aller Weihrauchladungen in Richtung Skinner: Auch diese Orgel in Bamberg hat ihren Platz.

Auch da: Ganz sicher. Die Bamberger können sich glücklich schätzen, so eine Orgel in ihrem Saal zu haben (und so ein Orchester!). Ich möchte auch nicht missverstanden werden: Skinners Stil ist extrem spezialisiert und geht mir auch manchmal auf die Nerven. Ich liebe gute Prinzipalensembles und schöne Zungen auf normalen Drücken! Und jegliche Tuba oder Schwebung muss mir erstmal beweisen, dass sie wirklich vonnöten ist. Aber Skinner konnte eben flexible, dynamisch sehr ergiebige, charakterstarke und überdies sehr dauerhafte Orgeln bauen, lauter Qualitäten, die einer Konzertsaalorgel – dem Extremfall einer Orgel – sehr zugute kommen. Deswegen könnte es sich lohnen, bei ihm nachzuschauen, wie er das gemacht hat.

Viele Grüße,
Friedrich


gesamter Thread:

 

powered by my little forum