Rechenspiele - war: "Der Orgelbau der Elbphilharmonie"

friedemannw @, Gießen, Sonntag, 01. Mai 2016, 00:50 (vor 3771 Tagen) @ Karsten

Als kleines Gegenmodell: die Essener Domorgel hat 5102 Pfeifen bei 69 Registern - und ich vermisse (bis auf eine - nicht klingende - Suboktavkoppel III/II) nichts daran, sondern bin mit diesem Instrument wunschlos glücklich.


Auch keine Posaune 32'? :) In der Orgel ist ja kein Platz mehr dafür (sie ist innen wirklich sehr geräumig!), vielleicht noch irgendwo liegend unterbringen? ;) Macht schon echt Spaß!


Ein Register macht nur Spaß, wenn das wichtigste Register, der Raum, mitspielt. Und es gibt eben Räume, die "brauchen" keine 32'-Zunge, oder vertragen sie gar nicht, so toll intoniert sie auch sein mag. Glauben wir doch Sebastian einfach, dass vor Ort eine 32-Zunge nicht notwendig ist.

Da ich sowohl die Orgel als auch den Raum ganz gut kenne, denke ich, dass der Raum klanglich durchaus eine Kontrabombarde verträgt. Wie bereits erwähnt, verträgt der Raum ja auch HD-Tuba, HD-Cornet (das lauteste Cornet, dass ich kenne!), HD-Doppelföte und eine fette Bombardenbatterie im Auxiliarwerk. Es ist das Problem der Orgelaufstellung an sich und des bescheidenen Platzangebotes im Dom, dass für dieses Register einfach kein Platz ist. Deswegen liegen ja die größten Pfeifen vom Untersatz 32' im Untergehäuse und die größten Pfeifen der 16'-Principale auf den Dächern der beiden Schwellwerke.
Ich glaube es Sebastian auf's Wort, dass ihm nichts fehlt; er zeigt es ja auf den Videos bei Youtube. Und die Domorgel hat so tolle Register von der Aeoline bis zur durchschlagenden Clarinette, dass kaum ein Wunsch offen bleibt.
Es fetzt eben einfach nur, wenn man am Schluss im fff noch die 32'-Zunge dazu zieht - Gänsehaut :) Das schafft ein labialer 32' nicht so gut - siehe auch Rouen, St. Ouen.


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