München- Mariahilfkirche in der Au

Florgel @, Donnerstag, 16. Januar 2014, 23:04 (vor 4606 Tagen)

Servus Zusammen,

Kollege Franz und ich haben uns herausgewagt aus dem braven Regensburg, per Bahn nach Süden in die große Stadt ...
ohne jetzt an die hier sehr qualitätvollen Berichte und Foto´s anknüpfen zu können, möchte ich dennoch kurz einen Eindruck schildern und auf ein grandioses Instrument hinweisen.

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Die mächtige Mariahilfkirche http://de.wikipedia.org/wiki/Mariahilfkirche_%28M%C3%BCnchen%29 in der Au bietet in München an zentraler Stelle ein ebenso mächtiges Instrument.

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Nein, das da Vorne links ist natürlich nur die Chororgel http://www.organindex.de/index.php?title=M%C3%BCnchen,_Mariahilfkirche_%28Chororgel%29
Wobei man sich hier mal wieder fragt, wie der alte Schmid da 18 Register reingebracht hat ... eine Auflösung muss aber bis zu unseren nächsten Besuch warten.

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Hier sind wir an der richtigen Adresse- Der etwas aggressive Prospekt der großen Schmid (V/70) von 1975. http://www.organindex.de/index.php?title=M%C3%BCnchen,_Mariahilfkirche_%28Hauptorgel%29

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Ist das Tutti auf der Empore sehr heftig und brachial laut, so kommt unten ein ungemein satter und breiter, mächtiger- aber nicht zu lauter Klang an.
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War hier früher im Forum schon mal die Rede von Prinzipalen, die so schön sind,dass man sie Stundenlang allein hören möchte, so trifft das hier definitiv auch zu. Auch die Flöten sind ein Gedicht. Das Pedal räumt kräftig ab und ist schnell präsent, da kann man auch mit 32´+ 21 1/3´ schön "zupfen". Den 64´-Effekt sollte man nicht unterschätzen, hat was von einem kräftigen Paukenwirbel.
Das Konzept dieser Orgel ist sehr interessant und man merkt, dass das komplett durchgeplant und "aus einem Guss" gefertigt wurde (nämlich ohne Zulieferer). Nicht zu vergessen die Schmid´schen Zungen, so was wunderbares hört man selten.
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Über das Spieltisch-design kann man sicher streiten, aber es ist schon sehr praktisch und benutzerfreundlich. Intuitiv findet man sich sehr schnell zu recht und kann ganz angenehm über die 70 Register verfügen. Die Traktur ist auch sehr angenehm und auch gekoppelt kann man die 5 Manuale ganz gut bedienen.
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Ich würde sagen, hier ist dem alten Schmid richtig was gelungen. Eine richtig starke Kathedralorgel- gewiss, der Raum schenkt dem Instrument einiges, aber das muss man trotzdem erstmal hinbekommen. Das Einzige was mir nicht gefallen hat, war die Schwebung- denn das war keine. Ob das einfach nur an einer Verstimmung oder auch an der engen Bauweise lag, weiß ich nicht. Allerdings ist hier ja auch seit 39 Jahren nichts gemacht worden. Von weichgespült kann also keine Rede sein. Hier kann man jedenfalls "alles" spielen!
Wäre das auch herausgekommen, wenn der alte Schmid hier nicht einfach sein Ding gemacht hätte und zB. ein autoritärer Sachverständiger Vorgaben gemacht hätte? Von den "neueren" Instrumenten der konventionellen, namhaften Hersteller kommt da jedenfalls nichts ran.
Für mich war das bisher auf jeden Fall die beste Schleifladenorgel und überhaupt eine der Besten, die ich hören und spielen durfte.

Wer nach München kommt, sollte auf jeden Fall hier vorbeischauen, die dortige Kirchenmusikerin ist dazu sehr nett und aufgeschlossen.


Liebe Grüße,
Florian


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