Orgelweihe

chp, Sonntag, 10. März 2013, 14:54 (vor 4971 Tagen) @ ado

Hallo,

zum spanischen werk: gehört zur interpretation einer sehr speziellen literaturgattung, nämlich iberischer orgelmusik des 16.-18.jhs.

wie oft hört man cabanilles, arauxo, cabezón, usw. denn aber hierzulande? wobei

Och, ich spiele relativ regelmäßig Spanisches, gerade heute eine Suite von José de Torres vorab, Versetten aus dem Orgelheft von Schwester Maria Clara aus Oaxaca (Mexico) zur Kommunion und ein Tiento LLeno von Cabanilles nach dem Gottesdienst.

keiner der drei zungenstimmen voraussetzt (die sich erst nach ihrer zeit auf der iberischen halbinsel verbreiteten)... sie ließen sich etwa auf der ott-orgel fast ebensogut spielen wie auf seiferts neuem "spanischen werk"!

Zungenbatterien und Horizontalzungen verbreiteten sich in Spanien beriets zwischen 1650 und 1700. Cabanilles rechnete wohl da schon damit, z.B. für die Batailla Imperial (falls das Stück von ihm ist). Das Spanische Werk hier enthält aber bis auf die Viejas (eine Art Regal) keine Zungenstimmen, sondern eine Art zerlegtes Cornett. Charakteristisch sind eher die mitteltönige Stimmung und die geteilten Schleifen. Letztere erlauben es, bei geeigneter Literatur natürlich, den Eindruck von Zweimanualigkeit zu vermitteln (z.B. Flautado vs. "Corneto"). Geteilte Schleifen waren aber nicht überall im spanischen Kulturraum verbreitet, beispielsweise nicht in Katalonien.

letzteres ist im kontext der gesamtdisposition der neuen orgel ein völliger fremdkörper -- allein schon wegen der unterschiedlichen temperierung. ein solches spanisches werk hätte man also ganz genausogut zusätzlich zur alten orgel aufstellen können.

Das ist natürlich richtig. Nett fände ich ein solches Werk persönlich aber schon. Außerdem kann man darauf auch andere einmanualige, mitteltönige Literatur spielen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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