iberische Orgelmusik -- war: Orgelweihe

chp, Sonntag, 10. März 2013, 20:56 (vor 4969 Tagen) @ ado

Hallo,

Zungenbatterien und Horizontalzungen verbreiteten sich in Spanien beriets zwischen 1650 und 1700.

nicht in "spanien" -- in kastilien, erst später aber, glaube ich, nämlich deutlich nach 1700, in katalonien und anderen reichen der krone aragón (wie valencia). definitiv wurde etwa die orgel der augustinerkirche in palma de mallorca -- wie es heißt die größte erhaltene iberische barockorgel mit drei manualen -- 1703 noch komplett ohne zungenstimmen erbaut. jetzt hat sie sie en masse -- aber alles im späteren 18.jh. (wohl erst gegen mitte oder noch später) nachgerüstet.

ich kann es jetzt auf die Schnelle nicht nachprüfen, aber neben Kastilien halte ich auch Andalusien für einen Kandidat für Zungen vor/bis 1700. In Katalonien scheint tatsächlich manches ein bisschen anders zu sein.

ich habe schon einmal versucht, die disposition der orgel der kathedrale zu valencia zu ermitteln, als cabanilles dort organist war, ohne erfolg. nach dem was ich über die ausbreitung der trompeterías weiß, gehe ich aber eher davon aus, daß er sie -- 1712 gestorben -- in seiner orgel noch nicht hatte.

Das gibt es nicht? Spanien (bzw. spanische Pfarreien usw.) und Internet ist aber auch ein Ding für sich.

zum stichwort "oaxaca": das finde ich sehr interessant. ich war letztes jahr dort und ganz verblüfft über den reichtum an historischen orgeln (17./18.jh., auch noch 19.jh.) in stadt und bundesstaat (info dazu zB http://www.iohio.org/eng/home.htm). deswegen hatte ich mich auch für die frage interessiert, ob es aus der damaligen zeit orgelliteratur aus oaxaca gibt, stieß aber nur auf den namen manuel de sumaya (http://es.wikipedia.org/wiki/Manuel_de_Sumaya) und konnte keiner orgelnoten von ihm habhaft werden. wer ist denn diese maria clara?

Es geht um das Heft von Sor María Clara del Santísimo Sacramento, das ich hier bei Wayne Leupold entdeckt habe. Maria Clara war nach Ansicht des Herausgebers vermutlich Besitzerin des Heftes (also Organstin im Kloster), nicht Komponistin. Es ist Musik vom Ende 18./Anfang 19. Jh., also schon mit Alberti-Bässen usw., Versetten für die Alternatimpraxis für die Psalmen der Morgenandacht/Messe ("maitines"). Danke auch für die Links, werde ich in Ruhe mal durchsehen. Hablando de Torres: auf dieses Manuskript, das ursprünglich aus einem Kloster bei Puebla stammt, hatte ich schon mal hingewiesen. Eine Zusammenfassung der Dissertation gibt es hier. Zentrale These: Musik im Prinzip von Jose de Torres y Martinez Bravo (Madrid), Heft aber entstanden im "Kompositionsunterricht" in Puebla/Mexico. Gibt es von Sumaya Orgelmusik und kommt man da heran?

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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