CD geerbt
Zu meiner Ausführung Künstler und Kunstwerk in der Bewertung zu trennen, möchte ich noch zwei Aspekte ergänzen:
Ich kann das Verhalten und die Taten eines Menschen völlig getrennt von seinem musikalischen Werk bewerten: So kann ich Richard Wagner menschlich für ein absolutes A****** halten und gleichzeitig neidlos anerkennen, dass er in seinem Genre wirkliche Meilensteine gesetzt hat und seine Musik wertschätzen. Daher würde mir auch nicht einfallen seine Musik nicht mehr aufzuführen.
Künstler und Kunstwerk in der Bewertung zu trennen bedeutet für mich aber keineswegs eine Glorifizierung des Kunstwerkes ohne kritische Einordnung des Künstlers, in diesem Fall z.B. die zentrale Rolle Wagners in der Verbreitung des Antisemitismus im 19. Jahrhundert.
Diese kritischen Hintergründe zu kennen und zu reflektieren halte ich auch für besonders wichtig, um das nötige Feingefühl zu haben, wann die Aufführung eines Werkes eines belasteten Künstlers deplatziert ist: So wird man zu Feiern anlässlich des 27. Januars sicher keinen Wagner spielen und auch vor dem Hintergrund der schwerwiegenden Missbrauchsfälle in den Kirchen ist es nur richtig und gegenüber den Opfern rücksichtsvoll auch keine von Missbrauchstätern komponierten Lieder im Gottesdienst zu spielen.
(Bei dem berühmtesten Beispiel "Lauda to si" von Pilz reicht mir allerdings bereits die musikalische Qualität als Argument es nicht zu spielen)
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jori,
07.02.2026, 19:32
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Cmcmcm1,
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