CD geerbt

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 01. April 2026, 15:22 (vor 148 Tagen) @ Orgelfritze

Das Rechtfertigungsgedudel in diesem Faden, um jemandes künstlerisches Schaffen zu retten, der:

  • seine Frau kaltblütig ermordet hat,
  • im Anschluss auf Tingeltour durch Deutschland gezogen ist, um sich einen Lauen zu machen,
  • sich durch die Welt gevö... hat und die Produkte seines Tuns (= Kinder) sitzengelassen hat, ohne wenigstens die finanzielle Verantwortung zu übernehmen,
  • der existenzbedrohende Schulden in einer Ehe (= "Zugewinngemeinschaft") aufgehäuft hat, ohne seine Frau in Kenntniss zu setzen,
  • und der dann vor Gericht auf billigste Art Druck auf die Tränendrüse gibt.

Ich mache es mal volkstümlich: Der Typ ist menschlich in höchstem Maße eine Kreatur der untersten Rille gewesen und mehr nicht, egal wie er Orgel gespielt oder den Chor geleitet hat.

Jemanden mit so einer Persönlichkeitsstörung sollte man weder auf Erwachsene und schon gar nicht auf Kinder loslassen.

Wie man bei so einer Person zugunsten der Trennung von "Persönlichkeit" und Werk argumentieren kann, ist mir unverständlich - Nein, im kirchlichen Umfeld wundert es mich nicht (mehr).

Das Sprech von "tragischem Ereignis" etc. ist nichts weiter als die Rhetorik, die in den einschlägigen Vertuschungs- und Verharmlosungsnetzwerken auch in anderen Zusammenhängen bemüht wird.

Abgründig! Mehr nicht.

Den Sprech vom tragischen Ereignis habe ich in diesem Thread nicht gefunden, aber vielleicht übersehen?
Auch handelt der Thread nicht nur von HMR.
Auch möchte ich hinterfragen, ob die Trennung von Werk und Person eine Vertuschungs- oder Verharmlosungsmethode ist. Die Netzwerke für Vertuschung und Verharmlosung existieren zweifellos. Aber ich erlebe diese eher so, dass einfach des Negative völlig weggelassen, mithin das Bild unvollständig wird.
Ich persönlich würde auf vollständige Schilderung aller bekannten Lebensumstände einer bestimmten Person setzen. Das ist mein Weg im für meine hiesige Position erforderlichen Umgang mit Fritz Heitmann. Der hat dem Vernehmen nach nicht getötet (außer evtl. als Volkssturm-Soldat), dem System der Mörder aber wohl mehr zugearbeitet als zum eigenen Lebenserhalt nötig gewesen ist. Gerade weil ich allein schon das weiß, was aus der schönfärbenden Voge-Biographie erkennbar wird, kann ich diese Lebensgeschichte überhaupt ertragen.*)
Auch der Hinweis auf das Glaushaus bzw. den biblischen ersten Stein soll und muss niemals eine Verharmlosung von Missetaten sein. Die Vergrößerung des Täterkreises relativiert die schwere der einzelnen Schuld nicht. Diese Einstellung würde ich jedenfalls voraussetzen.

*) Und der Hinweis darauf, dass man sein eigenes Tun in politischer Hinsicht durchaus hinterfragen oder für eine künftig von der gegenwärtigen abweichende Bewertung desselben offen sein sollte, relativiert nicht entsprechende Mängel bei anderen Menschen. Dass dies billig ist, beweisen ja auch die Zirkel, in der z. B. politische (Straf)Täter sich stets nach Systemwechseln versammeln und gegenseitig trösten. Darum geht es bei der Werk-Abtrennung nicht, sollte es jedenfalls nicht gehen.


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