Lübeck, St. Marien - Neubau?

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 12. April 2014, 23:49 (vor 4583 Tagen) @ Friedrich

Ein paar Reflektionen:
…
Zum Eklektizismus:
Guckt mal nach den (wirklich) großen Sauer-Orgeln der 20er- und 30er-Jahre: Da war zumindest dispositionell vieles von dem da, was hier diskutiert wird. Englische Zungen, französische Batterien, und trotzdem mehrere Prinzipalchöre, kurzbecherige Stimmen etc.


Das stimmt – siehe auch Stockholm, Blaue Halle, oder Nidaros-Dom, von den anderen beiden großen. Aus allen Welten das Beste.

Der größte Unterschied zu heute ist vielleicht, dass wir bei großen Kirchenorgeln inzwischen – oder immer noch? – Wert auf Schleifladen und mechanische Traktur legen. Wenn wir da eklektisch bauen wollen, müssen wir uns schon etwas beschränken und Entscheidungen treffen. Da hängt einfach alles mit allem zusammen, denn jede Pfeife muss ihren Beitrag leisten – abseitsliegende Exotenbeete sind da kaum drin, die wollen ja alle an die Traktur gehängt werden.

...bei den Exotenbeeten wäre ich nicht so streng. Lt. Booklet der Unger-CD gibt es in der Kemperin in jedem Werk eine elektropneumatische Teillade, also nahm man es auch schon damals mit der Mechanik wohl nicht so genau. Und ich gehe auch mal davon aus, daß die großen (und jetzt kollabierenden) Pedalprinzipale links und rechts auch elektrisch angesteuert werden. Die stehen vermutlich auch alleine auf ihren "Balkonen", jedenfalls sieht man nichts dahinter, und auch die geringe Tiefe der "Balkone" läßt das vermuten.

Gruß,
Wolfgang


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