Lübeck, St. Marien - Neubau?

MichaelS ⌂, Dülmen, Dienstag, 15. April 2014, 11:27 (vor 4583 Tagen) @ Friedrich


Ich glaube, das hier wäre ein guter Anhaltspunkt – klar, neobarock, und man wünscht sich ein echtes Récit oder etwas ähnliches. Aber im Prinzip die richtige Dimension (für eine nicht mal halb so große Kirche!). Die HW-Zungen 8’ und 4’ haben französische, der 16' deutsche Bauart – das gibt einen tollen Sound!

Da hab ich jetzt eine doch etwas andere Meinung. Den das da gibt es schon. Und wenn man das da (also die Hildesheimer Beckerath) durch ein Récit ergänzt dann kommt sowas wie Münchner Dom raus. Gibt es auch schon. Viel zu oft, wie ich meine.
Totentanzorgel gibt es schon, ist wohl so schlecht gar nicht da wo sie steht. Dürfte noch etwas barocker sein, darf nach Abriss der Kemperin noch etwas konsequenter werden - historische Stimmung?

Der fünfhundertste französische CC-Abklatsch? Muss nicht sein. Aber etwas was wirklich (also mit aller Konsequenz wie Windanlage, geteilte Windführung etc. etc.) sich am alten Aristide orientiert, wäre nicht schlecht. In Chemnitz steht da ein recht interessanter Ansatz zu einer solchen Denk- und Vorgehensweise.

Sich an Schulze zu orientieren? Hmmm - eine mechanische Kegellade mit Barker, so vermute ich mal. Wer ist denn in der Lage, das gut zu bauen? Und wie wird das dann? Rekonstruktion? geht das?

Interessant fände ich, einmal eine wirklich romantische Orgel zu bauen. Also auch mal ohne die Alibi-aliquote und die Scharffmixtur auf 1´ irgendwo mit drin. Vielleicht auch ein mischmasch, bei der Vorgabe von rund hundert Registern kann da ja vieles hinein:
I. Manual das Hauptwerk wie bei Walcker oder Sauer (Weite Mensuren, tiefe Mixturen, ...)
II. Manual ein "Oberwerk" wie bei Walcker oder Sauer, ergänzt durch das, was Cavaillé-Coll als "Positiv" gedacht hat
III. Manual ein Symphonisches Récit, ergänzt durch Stimmen, die ein drittes Manual einer Walckerin braucht
IV. Bombardwerk als Ergänzung des I. in Richtung Frankreich
V. Manual Fern-, Echo- oder Farbwerk für das "i-Tüpfelchen"
Chamaden oder Tuben als "floating Division"
dazu ein Pedal mit den Labialen eines Sauer (mindestens zwei 32´, vier offene 16´, etc.) und den Zungen eines CC
vielleicht ein "Piano-Pedal" oder eine zweite Pedalklaviatur wie dereinst in Ulm und Stuttgart?
Das ganze wird dann elektrisch traktiert und erhält oben an der Orgel ein "Mechanisches Vorgelege", also ein Weindlade die nur für das Spielgefühl da ist sowie einen rein elektrischen Spieltisch im Kirchenraum.
Die Orgel selbst darf auch ruhig einen "Windladen-Mischmasch" aus elektrischen Schleifladen und Kegelladen haben.

Ach so übrigens: französisch-symphonisch ist keine Frage des Schalldrucks. Der Irrglaube ist erst in neuerer Zeit entstanden. Eine CC in St. Sulpice ist nicht im Ansatz so agressiv wie die heutigen "Widmungen" oder "Auswüchse"...


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