Dobson, war: US-Import, die Zweite

Contrebasson 32' @, Wien, Montag, 09. Dezember 2013, 01:09 (vor 4698 Tagen) @ Friedrich

Sooo konventionell im englischen Stil des 19. Jahrhunderts ist diese Orgel übrigens keineswegs. Ich finde sie viele eher typisch für eine mechanische Schleifladenorgel des späten 20. Jahrhunderts. Lynn Dobson schreibt hier selber sehr schön über seine Orgel.

Der Klang von Dobsons Orgeln würde vielen von uns vertraut vorkommen, denn er ähnelt sehr dem, den die guten Orgelbauer hierzulande in den letzten 30 bis 40 Jahren kultiviert haben. Der Prinzipalchor hat die Führungsrolle, alle Register sprechen mit deutlicher, aber kultivierter Artikulation an, die Flöten klingen rund und hell, das Pedal deutlich und linienstark, aber nicht sehr schwer. Das ist Lichtjahre von Willis entfernt und verdankt wahrscheinlich Beckerath immer noch mehr als z. B. Hill oder auch Walker.

Über diesen Orgelbaupartner dürfte Paul Hale, der Sachverständige, hocherfreut gewesen sein.


Ich habe ich mal durch die Fotos gewühlt und muss sagen, dass das alle sehr hochwertig aussieht, Kunsthandwerk im besten Sinne des Wortes (auch wenn die Prospektpfeifen zugeliefert wurden).

Ob es neben der hochwertinge Ausführung Merkmale gibt, die für Dobsonorgeln typisch sind, müsste man ernsthaft untersuchen. Ich kenne von Dobson sowohl mechanische als auch elektrische Orgeln, Orgeln mit typisch amerikanischer Disposition und Orgeln mit ganz eindeutiger französischer Klangsprache usw.
Ihnen allen ist aber gemein, dass Qualität ihren Preis hat, ich meine bspw. mich daran erinnern zu können, dass die Orgel für das Kimmel Center for the performing arts in Philadelphia (IV/97/124) knapp 6 Mio.$ gekostet hat...

Beste Grüße
Contrebasson 32'


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