Cappel ./. Hauptwerk?

Schreipositiv @, Wetter, Dienstag, 22. Januar 2013, 19:58 (vor 5023 Tagen) @ www.Orgeljournal.de

Eigentlich hätte ich gerade besseres zu tun als dir zu antworten,
aber ich tu es trotzdem um das ganze wenigstens halbwegs auf eine vernünftige Basis zu bringen


Meines Erachtens ist es hier völlig unerheblich, ob die Orgel komplett in größter Eile oder nur zum Teil in größter Eile gesamplet wurde: In Cappel fühlt man sich offensichtlich nicht nur betrogen, auch das klangliche Endergebnis enttäuscht wohl. (Ich mag mich hier jetzt nicht weiter auf den offenbar witzigen Hauptwerk-Marketingdünkel à la Dokumentation und Kulturerhalt einlassen.)

Das Klang-Argument gilt nicht. Es wurde schon im Thread festgestellt, dass das Sampleset (im Rahmen seine Möglichkeiten) so klingt wie das Original.


Für Hauptwerker merklich verdrängenswert scheint zu sein, dass sich der derzeitige Eigner der Software Brett Milan offensichtlich durch eine Kirchengemeinde illegales Sampling vorwerfen lassen muss. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Auch habe ich den Eindruck, dass man die Diskussion in der HW-Szene routiniert zu unterdrücken weiß.

Hier wird nichts unterdrückt, es ist halt nur sehr schwer zu glauben, dass es jemand schaft, unbemerkt eine Orgel zu Samplen. Dafür ist nicht nur ein Kirchschlüssel erforderlich (die Capller Kiche ist laut dem Thread normalerweise geschlossen), sondern i.d.R. auch der Orgel/Emporenschlüssel. Ich gehe mal davon aus, dass die Orgel nicht einfach zugägnlich in der Kirche steht, oder? Das wäre etwas fahrlässig.

Der 2003 in Cappel Vorstellige („ein Amerikaner“) soll dem Vernehmen nach ausdrücklich von einer privaten Verwendung gesprochen haben.

Hat "Dem Vernehmen nach" oder hat er wirklich? Sowas kann jeder erfinden, allerdings kann es auch jeder leugnen. Das zu klären ist nicht deine Sache (auch wenn du dich anscheinend dazu berufen fühlst) sondern Sache eines Gerichts.

Das Set wurde lt. offiziellem Hauptwerk-Forum im Oktober 2006 angekündigt und im März 2007 auf den Markt gebracht.

In Cappel sei man erst 2009 durch Dritte von dem Sample-Produkt in Kenntnis gesetzt worden. Auf Aufforderung hin soll eine Spende durch den Hersteller entrichtet worden sein.

Siehe oben. Und wenn es Geld gab (und die Summe gestimmt hat), dann sollen die sich mal nicht so anstellen. Geld ist bei Kirchens knapp, da sollte jede Einnahmensquelle willkommen sein.


Ich befürchte, dass sich die Cappeler Gemeinde in rechtlicher Hinsicht nicht durchsetzen wird.

Heißt das, das sie auf eine Klage verzichtet, oder das sie einen Prozess verlieren würden? Dann wäre ja alles erledigt, das Sampleset wäre einwandfrei und die Anschuldigungen haltlos.


Nur nebenbei: Was machen jetzt diejenigen, die das Set erworben haben?

Mich über die unorganisiertheit der Gemeinde amüsieren :-)


Matthias

Pascal


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