Hildebrandt-Orgel in St. Michaelis, Hamburg - Koppelmanual?

Friedrich @, Mittwoch, 06. März 2013, 07:30 (vor 4976 Tagen) @ Phys
bearbeitet von Friedrich, Mittwoch, 06. März 2013, 07:46

… Mattheson erwähnt an einer Stelle, die Orgel werde über ein Koppelmanual verfügen, und ich frage mich verwundert, ob das so gebaut wurde. Bei einer Orgel dieser Größe kommt mir das merkwürdig vor. Kann mir jemand weiterhelfen, vielleicht auch mit weiteren Beispielen zu Koppelmanualen in der Zeit?

KBKs Orgel hatte in ihrer ersten Version von Paul Schmidt (1769) ein Manual, das offenbar unter dem ersten Manual herausziehbar war und alle vier Manualwerke ansteuerte. Ich erinnere mich an einen AOl-Artikel (Band 18?), in dem davon die Rede war, außerdem von Paul Schmidts Stolz auf diese Kontruktion. Schöne Idee vielleicht, aber das Manual dürfte unspielbar gewesen sein. Außerdem war die Orgel derart mängelbehaftet, dass Ernst Marx sie 1791/93 komplett um-, z. T. neu bauen musste.

Koppelmanuale gab es also 1769, und vielleicht hatte sich Schmidt ja Hamburg als Vorbild genommen. Nota bene: Ein Koppelmanual ist einfacher zu konstruieren als ein Wippenapparat, wenn auch nicht ganz so einfach wie Schiebekoppeln.

Gruß,
Friedrich

Nachgedanke:
Vielleicht war auch Paul Schmidt sich schon der schwierigen Rostocker Akustik bewusst und hat deswegen zu dieser Generalkoppel als der ultima ratio gegriffen? Denkbar, aber nicht beweisbar. Immerhin waren bei ihm, wenn ich mich recht erinnere, drei von vier Manualen mit kompletten Prinzipalchören und Trompeten besetzt. Wenn man das liest, wundert man sich – aber so ergibt es ja Sinn.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum