Hildebrandt-Orgel in St. Michaelis, Hamburg - Koppelmanual?

Friedrich @, Mittwoch, 06. März 2013, 16:24 (vor 4976 Tagen) @ Kirnberger
bearbeitet von Friedrich, Mittwoch, 06. März 2013, 16:37

Steile Gegenthese: hat sich die Ausstattung des Raumes evtl geändert? Plüschauflagen, Holz, Teppich? Dann braucht es die Doppelchöre nicht mehr...

Der Michel ist einfach ein sehr großer Raum, mit riesigem Volumen. Eine mehrschiffige Basilika auf gleicher Grundfläche hätte ca. 40 % weniger Rauminhalt gehabt. Die Michelkirche ist aber eine sehr hohe Halle, die bis zur Decke unvermindert breit ist und zudem auch keine Säulen- oder Pfeilerreihen aufweist. Da wird sich Hildebrandt von Anfang an verschätzt haben, und die Mehrfachprinzipale plus Mehrfachtrompete dürften Versuche gewesen sein, mit der Akustik umzugehen. Erst die Walckerorgel dürfte wirklich damit fertiggeworden sein. Hatte dann aber auch horizontale Zungen 16-8-4-2 im Schwellkasten und andere Sperenzchen.

Ich erinnere mich an einen Bericht von Lynn Dobson über den Orgelbau in der Betonkathedrale »Our Lady of the Angels« in Los Angeles. Die Kirche ist ein riesiger Betonkasten, und Dobson hätte alle Kniffe in Disposition und Mensuration aufbieten müssen, nur um dann noch überrascht zu sein, wie klein (im Klanglichen Sinn) seine Riesenorgel in dem gewaltigen Raum wirkte.

Gruß,
Friedrich


gesamter Thread:

 

powered by my little forum