Weise in Marktschellenberg

MCVL @, Freitag, 21. Februar 2025, 23:48 (vor 564 Tagen) @ Uli Skriwan
bearbeitet von MCVL, Samstag, 22. Februar 2025, 00:02

Vielen lieben Dank!

Die Liste hab ich (noch) nicht, aber vielleicht hat Weise zu dieser Zeit auch schon beide Systeme parallel benutzt. Die Freilassinger Membranen erinnern tatsächlich ein wenig an Koulen, besitzen aber im inneren eine Kartonscheibe und eine Feder. (Bei Koulen funktioniert es glaub ich ohne Feder, richtig?)

Jep, bei Koulen sind keine Federn vorhanden. Der auffälligste Unterschied ist zwischen Koulen und Weise ansonsten die Form der "Haubenmembranen". Bei Koulen sind sie rechteckig, bei Weise (zumindest bei den mir bekannten) achteckig zugeschnitten. Und wie du schreibst, mit einer innenliegenden Kartonscheibe und Spiralfeder.
Was auch ein Unterschied zwischen Koulen und Weise darstellt, ist die Kanzellenhöhe. Bei Weise ist sie sehr gering, die Stöcke besitzen an der Unterseite kurze Pappröhren, Koulen hat dort weitaus längere kegelstumpfartige Holzstücke mit Bohrungen angebracht, was eine weitaus größere Höhe der Kanzelle erfordert.

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Der Spieltisch in Schellenberg besitzt ein gut zugängliches Auslasssystem. Auffallend sind die langen Drähte bis zur gemeinsamen Spielwindlade, die leider dazu führen, dass die Traktur des oberen Manuales in der Heizperiode wenig gang hat, weil die seitlichen Querträger dann schwinden. In die Koppelkästen hab ich nicht geschaut, aber ich vermute darin die weitverbreiteten Membranen aus Darmleder.

Ach schau an, das ist im Prinzip eine "umgepolte" Weigle-Technik, wie sie zu dieser Zeit auch von Siemann verwendet worden ist.
Nur hat Weigle bei seinem patentierten System ausschließlich Zustrom-Spieltische verwendet. Genau so sind die Manual-Spielapoarate bei Weigle ausgeführt, nur sind die liegenden und mit Augenfedern fixierten Ventile in einem Windkasten untergebracht, als "Pulpeten" an der Durchführung der Abzugsdrähte an der Windkastenoberseite sind bei Weigle Messingbleche kombiniert mit in das Holz eingesetzten Führungen aus Celluloid vorhanden. Ansonsten ist das Funktionsprinzip dasselbe, nur bei Weise öffnet das Ventil eine Ausstrombohrung und bei Weigle eine Zustrombohrung.

Ich habe deshalb nach den Koppeln gefragt, weil ich den Verdacht hatte, daß dort womöglich Stecherkoppeln System Weigle vorhanden sind, aber dazu sind die Koppelkästen zu schmal. Ich vermute deshalb auch die bekannten Absperrmembranen.


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