Cameron Carpenters "Orgel für eh alles"

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Dezember 2013, 21:24 (vor 4632 Tagen) @ jori
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Samstag, 21. Dezember 2013, 21:29

Hallo,

ich mag diesen Schau-Hasen-Carpenter überhaupt nicht.
Da kann er noch so eine Super-Orgel hinstellen.

Weihnachtliche Grüße
jori

...der Schau-Hase kann allerdings phänomenal Orgel spielen. Damit will ich nicht sagen, daß mir alles bei ihm gefällt - sehr vieles gefällt mir durchaus nicht, z.B. seine hochmütige Ignoranz gegenüber historischen Instrumenten wie überhaupt dem historischen Hintergrund des europäischen Orgelbaus und damit auch gegenüber eines essentiellen Teils der Musikgeschichte, was auch nicht zitierfähige Äußerungen über neue - und sehr gute - Orgeln einschließt. Bach kann man nicht isoliert von den Instrumenten und der Musiszierpraxis seiner Zeit sehen, mindestens muß man sich dessen bewußt sein, auch wenn man ihn am Ende anders spielt, als es thüringische oder sächsische oder norddeutsche Barockorgeln nahelegen. Ebenso muß man seine Bühnenkleidung nicht unbedingt geschmackvoll finden, ebensowenig seine Konzertplakate, und seine Elektronen-Orgel löst bei mir weder Neid noch das Bedürfnis aus, sie hören zu wollen. Dem stehen dann wieder furiose Momente gegenüber wie die Übertragung der Volodos-Paraphrase von Mozarts "türkischem Marsch" auf die Orgel - ab Minute 4.33 - oder die von ihm im November 2010 in der Hamburger Laisz-Halle mit atemberaubendem Können in die Tasten gewuchtete Dupré-Skizze. Nun gut, da kommt einer aus Übersee und provoziert mächtig. Was ist daran eigentlich so schlimm? Imo gar nichts. Für manche Anlässe ist er der Richtige, für andere wieder nicht.

Gruß,
Wolfgang


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