....wie man den Gesang auf Null bringt.....

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 25. Dezember 2013, 22:41 (vor 4628 Tagen)
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Mittwoch, 25. Dezember 2013, 22:45

....gestern abend: auch ich suchte eine (evangelische) Christmette auf.

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(bescheidenes Foto, ich weiß...konspirative Umstände, falscher Weißabgleich...)

Die Predigt: vernachlässigbar..."....eine ältere Frau wird von Jugendlichen überfallen, einer hält ihr das Messer an den Hals und fordert ihr Geld. Doch sie, selbst Mutter, sieht seinen unsicheren Blick, streicht ihm übers Haar und sagt: nein, du wirst nicht zustechen...." - jaja, alles wird gut, wenn man lieb zu den Bösen ist, das lehrt uns das Kindlein in der Krippe. Schnell vergessen, bitte.

Was mich eigentlich noch ärgerlicher machte: die Begleitung des Gesangs. Mir ist dabei grundsätzlich schon klar, daß es unterschiedliche Traditionen in der Begleitung zwischen evangelischer und katholischer Kirche gibt. Der Protestant hat es gerne zurückhaltender, gerne mit Sesquialtera-c.f. in einer Hand, bitte schön strikt polyphon. Na gut - aber auch innerhalb einer solchen "Philosophie" kann man doch durchaus mal "aufdrehen", wenn die Kirche voll ist, es die Christmette ist und die Lieder jeder kennt (fragt sich zwar, wie lange noch, aber egal...).

Indes: nichts da mit "Aufdrehen". Was zu hören war, bestätigte meine alte Vermutung: je leiser, passiver, zurückhaltender und schleppender man spielt, desto mehr drückt man damit den Gesang herunter. Und so geschah es gnadenlos bei *jedem Lied*: ließen die Vorspiele wenigstens noch die grandiose Schönheit der Orgel erkennen (die Einzelstimmen - ein Traum, und erst in dieser Akustik!), war es bei den Begleitungen damit vorbei. Unangenehm obertönig-schrille, ausgedünnte (manchmal regelrecht ausgezehrte) Registrierungen, das Pedal durchgehend viel zu schwach (das kann man schon beim alten Klotz nachlesen: Pedal stark registrieren beim Begleiten), spröde Harmonisierungen, schleppende Tempi (oft deutlich langsamer als das Singtempo der Besucher - ich merkte es deutlich an der gut besetzten Bank hinter mir), und von Strophe zu Strophe fiel der ohnehin schon zögerliche Gesang immer weiter zurück. Als ob die Begleitung einem ehernen Grundsatz zu gehorchen hätte, der da heißt: "nie schneller als die Gemeinde, niemals lauter, immer langsamer und leiser!".

Tja. Selbst das eigentlich unkaputtbare "Oh du fröhliche": eine Kriechspur musikalischer Askese. Man sitzt da, knetet die Hände und denkt: jetzt zieh' doch endlich mal die Posaune, jetzt gib' doch mal Gas, jetzt laß es doch endlich mal krachen......vergebens. Die musikalische Enttäuschung konnte es mit der theologischen aufnehmen.

Lernt/lehrt man das in der evangelischen Kirchenmusik so?

fragt ratlos:
Wolfgang


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