Orgelsachverständige

jori @, Samstag, 04. Januar 2014, 16:45 (vor 4617 Tagen) @ Evacuant

Vor einigen Jahrzehnten und im Bistum Regensburg spürbar ab etwa 1965 treten nun aber flächendeckend Sachverständige auf, die ihre Kompetenz eben nicht mehr nur in der Prüfung und Abnahme der Orgeln sehen, sondern selbst Konzepte entwerfen, Mensuren/Intonation vorgeben oder die technische Ausführung penibelst vorgeben.

Jedenfalls bin ich der Meinung, einen OSV, der keine Ideen und Konzepte außer seinen eigenen gelten lässt, der dem Orgelbauer die Technik und Bauweise bis ins Detail vorschreibt und für den Kommunikation mit denen, die´s bezahlt haben und mit dem Ergebnis leben müssen, ein Fremdwort ist- den braucht es nicht!- Gibt es aber …


Dieser Sachverständigen kamen mit der Orgelbewegung um 1930 auf.

Der Prototyp war wohl Hans Henny Jahnn.

Selber totaler Autodidakt, der weder Orgeln bauen noch ordentlich spielen konnte. Sah sich selber in der Rolle des eigentlich schöpferischen "Orgelarchitekten" und definierte seine Rolle neben dem Orgelbauer wie folgt:

"Die schöpferischen Persönlichkeiten sollen zukünftig den Wesensinhalt der Orgel bestimmen. Ihr Name soll neben dem des Orgelbauers am vollendeten Werk erscheinen. Und so ergibt sich: Die Orgel soll zwei Urheber haben: den klangschaffenden Orgelarchitekten und den tüchtigen Fabrikanten."
Wunderwerk Orgel (Hamburger Fremdenblatt 1931)

Christhard Mahrenholz und Pater Winfred Ellerhorst gehörten in den 1930ern auch zu diesen sendungsbewussten Pionieren.

Nach dem 2. Weltkrieg könnte man Leute wie Ernst Karl Rößler und Herbert Schulze nennen.

Heutzutage ist dieser Typ OSV wohl weitgehend ausgestorben.

Hallo,

ich habe mal was über Karl Ernst Rößler gelesen. HIER unter 2. Über die mutierten Orgelexperten.

Gruß
jori


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