moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...

oHo, Dienstag, 13. August 2019, 09:58 (vor 2579 Tagen) @ Orlos

Das ist spannend! Ich habe gerade mit der Gestaltung eines viermanualigen Spieltisches mit 77 Registern + 3 Transmission zu tun.


Das Spannende dabei ist, dass das ganz unterschiedlich gesehen wird: Der eine Kollege findet es ganz toll, dass man Setzerkombinationsgruppen Namen geben kann, also einem Stück zuordnen kann, ein anderes hat das noch nie benutzt. Wobei: Wenn ich recht nachdenke, hat es bis auf einen KEINER benutzt.

Das ist interessant, vor allem, wenn man wüsste, wie groß die gegenüberstehende Zahl der Nicht-Nutzer ist!

(Im Moment plane ich hier zwar das Vorhandensein dieser Möglichkeit, ABER eben auch zwei Zehnergruppen dicker Druckknöpfe unter dem I. Manual für den Direktzugriff auf 100 Setzerkombinationen.)

Die Registerfessel war bislang noch nicht vorgesehen, allerdings leuchtet mir der Nutzen ein.


Was Crescendo/Walze und Schwelltritte angeht, hatte der (verlorene) historische Spieltisch aus dreimanualiger Zeit übrigens Walze plus 5 (in Worten: fünf) Schwelltritte - drei rechts der Walze, 2 links davon! Zwei der Schwelltritte gehörten zu den beiden Schwellwerken, einer zur Doppelschwellung, da zwei Register in eines der Schwellwerke hineinschwellten. Bei den anderen beiden Schwelltritten habe ich noch nicht herausgefunden, welche Funktion sie hatten, möglicherweise war einer davon für einen Windschweller der Klarinette.

Da eine Walze für die Literatur, für die sie benötigt wird, zwingend mittig eingebaut werden muss (der linke Fuß spielt gleichzeitig oft Pedaltöne), ist rechts maximal Platz für drei Schwelltritte. Ein vierter ist nur unter Verrenkungen erreichbar, oder man rückt ihn so weit nach rechts, daß er für den Registranten gedacht ist.

Wenn man das überlegt, könnte man auch an historische Spieltische denken, die einen Crescendo-Hebel haben, was für den Registranten leichter bedienbar ist, als ein Tritt. So etwas - in der Form eines Maschinentelegrafenhebels wie bei Schiffsschrauben, gibt es z.B. an der Spät-Orgel in Schramberg...

Fragen über Fragen....

wälzt, fröhlich grüßend,
Oliver


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