moderne Spieltische - war: Touchscreens ade, zurück zu Hebeln und Schaltern...

Orlos @, Dienstag, 13. August 2019, 17:09 (vor 2633 Tagen) @ Contrebasson 32'

Das Schwellen mit einer Walze ist gefühlvoller und kontrollierter möglich, wohingegen man mit deinem Crescendo-Tritt sehr schnell Gas geben kann. Da man diese primär für das Literaturspiel benötigt - wiewohl es gerüchteweise ja auch Organisten geben soll, die sich das Registrieren sparen und einen ganzen Gottesdienst mit Walze gestalten - würde ich aus historischen Gründen immer die Walze bevorzugen. Als meine alte Heimatorgel überholt wurde, wurde aber bewusst auf eine Walze verzichtet, Registercrescendi werden jetzt per Setzer realisiert.

An keiner meiner Dienstorgeln habe ich eine Walze, ich bin damit überhaupt nicht groß geworden, die 70er-Jahre-Orgeln meiner Jugend hatten das auch nicht. Wenn ich an eine Orgel mit Walze komme, weiß ich nie, in welche Richtung ich walzen soll. Mir ist der Tritt einfach sicherer. Man kann ihn ja recht schwergängig machen, damit man nicht gleich im Tutti ist...

Radialpedal macht nur Sinn, wenn du dich bewusst umgewöhnen möchtest oder ihr viele Gastorganisten aus England oder Amerika dort habt - wobei ein guter Konzertorganist auch auf Parallelpedal spielen können muss. Im Altenberger Dom kann man als Kompromiss das Radialpedal gegen ein Parallelpedal tauschen - ich frage mich nur, wie oft das wirklich gemacht wird. ;)

Ich weiß von mehreren Orgeln, die eigentlich beide Pedale zum Austauschen haben, wo es aber nie gemacht wird. Bei einer hat man sich dauerhaft für das Radialpedal entschieden, bei den anderen für das Parallelpedal. Ich bin noch unsicher.

Koppeln lassen sich auf verschiedene Art und Weise platzieren, wichig ist nur, dass die Platzierung stringent ist, eine farbliche Kennzeichnung erleichtert das Finden. Clever finde ich die Lösung, die Koppeln als Matrix in die Tastaturbacken einzulassen, so lassen sich die Teilwerke frei in 16'-8'-4'-Lage dem jeweiligen Manual zuweisen. So gesehen in St. Josef Bonn (oder war es in der Stiftskirche?) oder beim Sinua Spieltisch der Sauer-Orgel im Orgelpark Amsterdam. Hilfreich ist dann aber, beim Anschalten des Spieltischs eine Standardbelegung vorzugeben, die dann entsprechend verändert werden kann.

Wir bekommen einen mechanischen Spieltisch, da geht das nicht. Ich habe ja aus Würzburg berichtet, wie nervig ich es fand, dass beim Drücken des Nullknopfes immer alle Manualbelegungen weg waren.

Gerade an Orgeln mit Setzer, aber ohne FKs finde eine Registerfessel sehr praktisch:
Registrierung Vorspiel einstellen, RF aktivieren, Registrierung Gemeindebegleitung einstellen, Vorspiel, RF deaktivieren, Gemeindebegleitung.

Genau!

Wohin mit der Setzeranzeige? Zieht man das Notenpult nach vorne, kann man sie oft nicht mehr lesen, wenn sie über dem 4. Manual angeordnet ist.


Clever finde ich die Lösung, wie sie z.B. Seifert schon öfters realisiert hat oder wie man sie auch beim Generalspieltisch des Freiburger Münsters findet: Die Setzeranzeige ist Teil des Notenpults, sodass sie immer im Blick ist.

Mir hat man erzählt, das ginge technisch nicht mehr, es gebe keine zuverlässigen Displays in dem schmalen Layout. Kann man glauben oder nicht, jedenfalls machen es die Spieltischbauer nicht mehr. Echt schade, war eine gute Lösung!


gesamter Thread:

 

powered by my little forum