ein paar Fragen...

Tabernakelwanze @, Niederrhein, Dienstag, 08. Januar 2013, 14:33 (vor 5038 Tagen) @ JSBach

Als ich mit 15 Jahren mit dem Orgelspiel begann, habe ich tägl. ca. 2 - 3 Stunden in der Kirche geübt, egal ob Sommer oder Winter, egal bei welchen Temperaturen. Immerhin bin ich doch bis zu einigen größeren Bach-Präludien und Fugen oder Triosonaten gekommen. Und dass alles neben meinem hauptberufl. Verwaltungsjob. Und heute? Jetzt bin ich knapp 50, werde grau und lahm und bin nach Feierabend meistens wenig motiviert. Da bin ich froh wenn ich hin und wieder unter der Woche mal eine halbe bis dreiviertel Stunde zum Üben komme. Neues nehme ich mir manchmal noch vor, allerdings keine großartigen Sachen. Oft ist es dann so, dass ich so ein neues Werk fast perfekt kann und dann fehlt mir das letzte Fünkchen Energie, um dranzubleiben und es wirklich fertig zu machen, so dass ich es öffentlich spielen kann. Das ärgert mich sehr. Die Zeiten, schwerere Brocken anzufangen oder wiederzubeleben sind für mich, glaube ich, vorbei. Dazu reicht meine Energie leider nicht.
Genauso geht es mir auch mit dem Orgelstimmen. Früher war ich sehr penibel, jedes Flötchen wurde unverzüglich nachgezogen, die Zungen standen meistens perfekt. Ich hatte eine Tabelle mit Temperaturangabe angelegt, sodass ich schon anhand des Thermometers sehen konnte, ob es was zu tun gab.

Heute lasse ich gern mal fünfe gerade sein, auch wenn es mal leiert. Zumal ich mich auch ein ganz klein wenig - ich betone das ;-) - figürlich verändert habe. Da fällt einem das Kriechen in engen Stimmgängen auch nicht mehr so leicht.

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Gruß vom Niederrhein


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