Heiliggeist Clausthal, war: Orgelneubauprojekte in Clausthal und Freckenhorst

Friedrich @, Samstag, 17. September 2016, 08:45 (vor 3638 Tagen) @ Poupoulcorouse

So 'ne schöne Posaune 32' aus Holz hätte sich da sicher noch vertreten lassen. Aber so muss ich dir Recht geben.

Naja. Ist nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein. Und jetzt sind die Würfel wohl schon gefallen.

Leider ja. Ich finde es ein ziemliches Unding, so mit dem alten Prospekt zu verfahren. Der Preis dafür lässt sich in der Disposition unschwer erkennen: Das 16'-Hauptwerk muss sich in die Pedaltürme verkrümeln, und für das eigentliche Pedalwerk bleibt nicht viel Platz, stattdessen ein Strauß aus Extensionen und Transmissionen. Die Stilentscheidung zwingt zur Notlösung.

Das finde ich auch taktlos gegenüber dem wunderschönen alten Gehäuse. Hauptwerk und Pedal haben – zumindest dem Augenschein nach – einfach so schon die ideale architektonisch-akustische Position. Da wäre es doch überhaupt kein Problem, ein effizientes und schönes Stück Orgelbau hineinzubauen, ohne eine solche fantasielos überbesetzte Disposition, die sich aus der Musikalität des Gehäuses nichts macht. Wenn man dieses Hauptwerk und die Basstürme sieht, dann hört man doch schon ein terzig-pathetisches, rufendes Plenum und ein paar farbige Unterscheidliche, dazu einen schwarz prasselnden Posaunenbass und einen barocken Violon 16'. Dazu ein scharfes und penetrantes Brustpositiv und ein lieblicheres Hinterwerk, freien Wind aus großen Keilbälgen und eine farbenfrohe, flexible Temperierung.

Das sagt mir jedenfalls dieser Prospekt. Sinfonik funktioniert doch in so einem Raum gar nicht, nicht so jedenfalls, wie diese Disposition es sich erträumt. Je mehr ich darüber nachdenke, desto blöder kommt die Idee mir vor.

Viele Grüße
Friedrich


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