Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Orlos @, Montag, 02. Februar 2026, 15:13 (vor 208 Tagen) @ stentorgambe

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Entscheidung für eine deutlich ungleichstufige Temperatur (Bach–Kellner, modifiziert). Diese wird nicht dogmatisch, sondern als klangästhetische Notwendigkeit für historische Differenz verstanden – mit der bewussten Konsequenz, dass romantische Klangbilder dadurch nicht nivelliert, sondern in ihrer Harmonik neu erfahrbar werden.

"Neu erfahrbar" ist eine sehr freundliche Umschreibung dafür, dass etwa Musik in Des-Dur unerträglich klingt. Vor allem ist es ein bewusstes Ignorieren der Tatsache, dass Komponisten (spätestens!) ab dem 19. Jahrhundert für eine gleichschwebend gestimmte Orgel komponiert haben. Einerseits romantische Register möglichst "originalgetreu" nachbauen, dann aber eine völlig untypische Temperierung legen, darauf muss man erst einmal kommen.


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