Die Tanaka-Orgel und Umgang mit "unzeitgemäßen" Orgeln im 19. Jahrhundert

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Sonntag, 08. Februar 2026, 11:25 (vor 201 Tagen) @ MCVL

Jedenfalls gab es damals viel mehr derartige alte Orgeln aus dem 18. oder 17. Jahrhundert, als wir sie heute noch kennen würden.


Das ist richtig, aber zumindest im süddeutschen Raum wurden diese Orgeln im Laufe des 19. Jahrhunderts nahezu alle modernisiert und durch neue Temperierung, veränderte Stimmtonhöhe, Ergänzung der Klaviaturumfänge, Einbau neuer Balganlagen an zeitgenössische Standards angepasst, wenn sie nicht gleich aus den genannten Gründen und natürlich wegen den "verfehlten" Dispositionen ("Schreiwerke" usw.) komplett durch Neubauten ersetzt wurden.

Exemplarisch für deine Aussage kann ich kurz das Tonhöhen-Karrussell der Seuffert-Orgel in Iphofen anführen:

Mutmaßliche ursprüngliche Tonhöhe 1751: ca.450Hz

Höherstimmung durch den Enkel Philipp Seuffert 1817 um “1/4tels Thon": ca.465 Hz

Tieferstimmung 1864 durch Bittner mittels Versetzung des Pfeifenwerks auf knapp 440Hz

Restaurierung 1986: Rückversetzung der Pfeifen und Anlängen auf ca.445Hz

Kurioserweise wurde noch dazu je zweimal der eingebaute Spielschrank auf freistehenden Spieltisch umgebaut und Jahrzehnte später wieder rückgängig gemacht.

Viele Grüße Uli


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