Lesenswert: Festschrift zur Klais-Orgel im Großen Saal der HfM Würzburg

Echinacea, Sonntag, 08. Februar 2026, 00:28 (vor 201 Tagen) @ Orlos

Auf welcher Seite liegt wohl größeres Gewicht?
Ich meine, auf dieser: Die Teiltonreihe ist Naturgesetz; Reibung ergibt sich immer; Reibung ist ein Reiz; Reibung in der Musik führt zu Kunst, zu Ästhetik.
Bläser haben auch im 19. Jahrhundert Akkorde rein intoniert - auch in Des-Dur.
Die Stimmungsfrage war auch im 19. Jahrhundert virulent. 1870 gab es den Japaner Tanaka, der ein Harmonium mit komplexer Klaviatur baute, um jeden Akkord rein greifen zu können.
Als Tanaka seine Erfindung Anton Bruckner vorführte, war dieser begeistert. Dieses Harmonium hat sich erhalten. Ich habe es selbst gespielt!
Bruckner spielte viel auf der Orgel von 1642 in Klosterneuburg bei Wien, diese Orgel hat er sehr geliebt. In welcher Stimmung war sie damals wohl?
Im Walcker-Archiv liegen die Pläne zu Tanakas Entwurf einer mechanischen Orgel in reiner Stimmung. Diese Pläne sind ein klein wenig jünger als 1870...
Und wie war das wohl mit all den Orgeln, die man im 19. Jahrhundert sonst wo vorfand, die dann 100 oder 200 Jahre alt waren und in einer "alten Stimmung" spielten?
Wurden die dann im 19. Jahrhundert alle umgestimmt, damit man endlich auch Des-Dur spielen konnte?
Jedenfalls gab es damals viel mehr derartige alte Orgeln aus dem 18. oder 17. Jahrhundert, als wir sie heute noch kennen würden.


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