Zuviel des Falschen ist wundervoll...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 04. März 2024, 23:17 (vor 910 Tagen) @ Gast

Oh, diese Antwort habe ich übersehen. Passt aber zu meiner anderen. Ja, die traditionelle Ventilbauform ist herausfordernd. Videos bei NovelOrg zeigen, was geht, aber das Schwanzventil ist sicher nicht erste Wahl für feine Winddosierungen. Kegel wären besser (wie sowohl die Glaus'schen Orgeln als auch die wieder auferstehenden Kegelladen-Neubauten (Lenter) zeigen). Und vermutlich das Beste ist das Riegersche Drehventil (Kassel, Modul), da die Ventilbewegung nicht direkt vom durchlaufenden Wind beeinflusst wird, jedenfalls nicht so sehr wie bei den anderen Formen. In Kassel ist das auch wichtig, weil diese Ventile auch manuell-mechanisch angespielt werden. Natürlich kann ein Proportionalantrieb tausendfach pro Sekunde minimal auf- und abregeln, um das Ventilelement auf einer bestimmten Position (genauer: einem schmalen Feld von Positionen) zu halten - das, was dem Menschen mit dem Finger nicht gelingt - aber die Drehlösung dürfte in dieser Hinsicht am geeignetsten sein. Ich habe aber keine konkreten Kenntnisse, wie die Ventile bei Rieger gebaut sind, wie die Lagerung ist, die Abdichtung, und was man alles noch so fragen könnte... Gespielt habe ich das Instrument allerdings.


Frage an dich: Wie «sensibel» konntest du das System ueber die Tasten in der Praxis bedienen?
Lohnt sich deiner Meinung nach der Aufwand zur normalen Winddrossel?
(Midi-Ansteuerung lass ich erstmal aussen vor…)

Was hat das mit der Winddrossel zu tun? Die Winddrossel wirkt ja imnmer auf alle Pfeifen eines Werkes, das würde ich nie mit der Windreduzierung einer Taste vergleichen.

Von Kassel habe ich kein Video, dort verstellte auch die Tastengangsbeschränkung, die auch genutzt wurde, als ich da war bzw. mir das Instrument vorgestellt wurde, die Wahrnehmung bzw. Erinnerung - ich kann die Frage also nicht wirklich beantworten.
Für Würzburg kann ich diese kleine Szene liefern. Die zeigt, was an Dosierung geht - und was nicht. Denn der Tastengang ist angenehm gering, die Spielart sehr schön, wie man an den Trillern hört. Aber für feines Dosieren müsste man ein paar mm mehr haben.
Positiv möchte ich festhalten: Der Spieltischv stand für diese Video auf der Publikumsempore, d. h. der Schall der Orgel muss durch den Saal bis zur Kamera. Da das Tastenklappern als zeitliche Referenz mit drauf ist, erlebt man, wie schnell die Traktur arbeitet. Keine Latenz, die man spüren würde, außer der Schalllaufzeit.


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