Midi und Moeglichkeiten - War:Zuviel des Falschen ist wundervoll...

Gast @, Freitag, 08. März 2024, 00:49 (vor 905 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von Gast, Freitag, 08. März 2024, 03:44

ganz abgesehen davon könnte MIDI von der Datengeschwindigkeit her, (für meine Ideen)
etwas zu langsam sein (ca. 1 ms (millisekunde) pro DatenSatz = 1000 Befehle pro Sekunde - aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden MEnde ;-)

Dann Mach mal bitte Butter bei die Fische :-) - was schwebt dir vor, was es noch nicht gibt?


Ich bin sowohl Realist als auch Pragmatiker.
Und ich sehe nicht, dass sich Proportionaltrakturen - in welcher Form auch immer! - in der Flaeche durchsetzen werden.
Dafuer sind die Systeme einfach zu teuer und auch nicht trivial nachruestbar.
(Daher auch meine Frage an KBK, ob der Unterschied zwischen individueller og genereller Winddrossel tatsaechlich eine spielpraktische Bedeutung hat.)

Dagegen haben wir ziemlich viele Orgeln in der Flaeche, die eigentlich bereits ueber digitale Traktur verfuegen.
Die Midi-Schnittstelle wurde dort gerne nicht verbaut - entweder wegen Konservatismus seitens der Auftraggeber oder auch einfach aus Unwissenheit, was man damit anstellen koennte? (Oder: auch Angst vor dem, was man damit anstellen koennte?)

Mein Kritikpunkt ist, dass die bisher verbauten Systeme einfach zu «statisch» sind.
Ein Beispiel: Ich bespiele selbst eine Orgel, die alles moegliche an «Dingsbums-Funktionen» besetzt, u.a. Eine Pizzikato/Perkussionfunktion, die ich werksweise ein und ausschalten und im Touchscreen in der Laenge konfigurieren kann.
Wait a moment… - Hat meine Orgel nicht eine Tastatur, die Velocity-Werte ausliest? Warum habe ich keine Moeglichkeit, die Laenge der Perkussion durch die Velocity zu beeinflussen???

Ein anderes Problem ist, dass sich die Midifaehigkeit der Orgel auf das vorhandene beschraenkt.
Ich haette mir bei der Midi-Integration tatsaechlich ein «virtuelles» Manual miit Registern, Schweller u.æ. Gewuenscht, (Bedienung ueber Touchscreen reicht voellig aus!) die auch in der Setzeranlage mit drin sind - das erst gibt die Moeglichkeit, per Midi externe Geraete anzusteuern ohne die «Kernfunktion» der Orgel an sich zu beeinflussen.
(Ich muss mir z.B. Per freier Manualverteilung erstmal eines der Manuale regelrecht «freischaufeln».. .)

Ich glaube mittlerweile dass es wirklich viele einfach nicht auf dem Schirm haben, dass man bei einer Midischnittstelle die genuine Tontraktur massiv erweitern kann?
- Mein Liebling ist immer noch die «Buntcymbel», die sich per Zufallsgenerator fuer jeden Tastendruck neu definiert :-)
- Wie waere es mit einem Mixtursetzer/Koppel, die adaptiv auf Velocity oder Aftertouch reagiert?
- was ist z.b. Mit einem Loopgenerattor, der sich selbststaendig harmonisch anpasst?
All das ist ueber Midi mittlerweile - und ohne grosse Kosten! - moeglich. In ein paar Jahren heisst dann vielleicht: «Hei Orgel! Lege mir die Casio-Begleitautomatik auf das erste Manual…» :-)

Im dem Sinne usterstuetze ich deutlich den Ansatz, dass das Spielpult eigentlich nur ein Eingabegeraet und die Orgel selbst nur ein Ausgabegeraet ist. Und dass wir wirklich ueber die generelle Verwendung von MIDIoIP als offene Schnittstelle reden muessen!!
Die gaengigen indistruellen Bussysteme moegen fuer die «Basics» gut funktionieren, sind aber zu schwerfaellig/statisch, um solche Entwicklungen aufzufamgen. (Und vielleicht auch mittlerweile technisch ueberholt?)

Ich koennte mir tatsaechlich - einen gerne wie auch immer gesicherten! - «Bridgemode» vorstellen, so dass man ueber die Midischnittstelle eigentlich «was auch immer» zur Steuerung von sowohl Ton- als auch Registertraktur verwenden kann.


NB: Ich habe mal spasseshalber meinen Laptop mit GrandOrgue (eigentlich ein Orgelsampler als opensource-Alternative zu Hauptwerk) an meine Orgel gegangen. 15-20 Minuten spaeter hatte die Orgel sowohl Melodie- als auch Basskoppel….


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