Anschnallen: Was sich Theologinnen wünschen

Lowdee, Freitag, 03. April 2026, 10:39 (vor 146 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Nun, das ist eine sehr beneidenswerte Position. In dieser Realität dürfte es tatsächlich praktikabel sein, ohne große Aufregung aus dem neuen Gesangbuch die Rosinen zu picken.

Ich habe es mit zwei Pfarrern zu tun. Einer von ihnen hat einen recht beschränkten Fundus in seiner Liedauswahl. Fest zum Stamm gehören "Meine Zeit", "Vergiss es nie" und "Von guten Mächten", natürlich Fietz. Mal die Melodie von Abel stattdessen? Keine Chance, "Kennt doch keiner". Dazwischen auch die allerbekanntesten der traditionellen Lieder, die wohl auch im neuen EG stehen werden. Zur Konfirmation wurde jetzt der Pop-Kantor eingeladen und mir gönnerhaft mitgeteilt, dass ich ja dann ein freies Wochenende hätte. Hier wird sich also wohl nicht so viel verändern, weder zum guten noch zum schlechten.
Der zweite Pfarrer hingegen ist durchaus bemüht, wohldosiert die entlegensten Ecken des Gesangbuchs auszuleuchten. Wird der künftig Lieder aus dem Digitalteil ausdrucken und verteilen? Oder eine Leinwand und Beamer aufbauen für ein Lied? Wie würdig ist so etwas im Gottesdienst? Oder sollen dann alle ihr Smartphone ziehen und erst mal eine App installieren? Nein, was im Digitalteil ist, ist weg vom Fenster.

Ich halte es da wirklich mit Frau Westenfelder, die das Gesangbuch als eine Art "Kulturspeicher" sieht, wo man schon die Frage stellen darf, ob da Dinge einfach so nebeneinander als "gleichwertig" stehen sollten, die es einfach nicht sind, oder ob man nicht lieber den Weg mit einem Ergänzungsband gehen sollte, um diese Linie besser zu ziehen.


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