Anschnallen: Was sich Theologinnen wünschen

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 03. April 2026, 23:20 (vor 146 Tagen) @ Lowdee

Der zweite Pfarrer hingegen ist durchaus bemüht, wohldosiert die entlegensten Ecken des Gesangbuchs auszuleuchten. Wird der künftig Lieder aus dem Digitalteil ausdrucken und verteilen? Oder eine Leinwand und Beamer aufbauen für ein Lied? Wie würdig ist so etwas im Gottesdienst?

Die Drucksache ist bei uns Realität im Gottesdienst, zusätzlich zum jeweiligen Gesangbuch (EG oder HuT). Und zwar jeden Sonntag. Die Abläufe in unserer Gemeinde sind leicht unterschiedlich (da punkten die Katholiken mit ihrer Einheitlichkeit), deswegen sind da entsprechende Infos hilfreich. Oft findet man eingeklebte GD-Ordnungen etc., aber bei uns ist immer auch relativ viel Ausnahme von der Regel.
Das aktuelle EG ist auch in Sachen Wochenpsalmen nicht komplett, die sprechen wir in der Gemeinde üblicherweise im Wechsel. Für diese Dinge und dann das eine oder doch zwei Lieder, die im ausgeteilten Buch nicht enthalten sind, machen wir die Blätter in relativ genau vorherberechneter Zahl, meist A5, manchmal A4 gefaltet, jeweils zweiseitig.

Nachstehend ein Beispiel eines Gottesdienstes mit dem Erprobungsgesangbuch: "Korn, das in die Erde" ist als Abschrift auf dem Blatt, weil nicht im Erprobungsbuch (dieses ist ohne Passions-Teil). Das "Weizenkorn" (einst im ersten "Gotteslob" kennengelernt) ist aus demselben Grund ebenfalls am Blatt. Das Oster-Kyrie ist als Abschrift aus dem EG da, mit "O Heiland, reiß" und "Sei Lob und Ehr" sind zwei "alte" Lieder aus dem Erprobungsband vertreten. Mit dem Blatt entfallen auch die Liedtafeln, Liedanzeiger gibt es evangelisch ohnehin eigentlich nicht.

Das Layout dauert und ist meist Aufgabe der Kantoren. Bei großen Gottesdiensten sitzen wir lange dran, denn wir wollen möglichst wenig Papier verbrauchen. Dieser Punkt ist wirklich kritisch auch für mich, denn obwohl das Papier aufgrund des Rezyklat-Anteils und fehlender Bleidhung sehr dünn und schlecht ist (grau, sehr feuchteempfindlich), ist es trotzdem nur ein Wegwerf-Artikel. De Energieverbrauch des Kopiergerätes ist auch nicht zu verachten, auch wenn die Gemeinde nachhaltige Energie bezieht...

Wir machen das seit Corona. Ich habe über 400 EG-Dateien und 140 HuT-Dateien als abgeschriebene Noten bz. Vektorgrafiken auf dem Rechner, um einheitliches Layout zu halten. Dazu gehören auch Melodien mit anderen als der ersten Strophe darunter, oder mehr als einer direkt in den Noten, falls die Melodie schwierig ist, und weitere Varianten.
Bei der VG Musik sagte man mir mal, als ich entsprechend fragte, während wir Erfassungegemeinde waren, dass Abschriften keine Kopien und im gottesdienstlichen Bereich zulässig wären. Darauf verlasse ich mich, obwohl ich glaube, dass die Dame am Telefon sich geirrt hatte...

Wenn das kommende Digitalportal richig gut ist, brauche ich die eigenen Dateien nicht mehr. Zur Ausgangsfrage von Lowdee: Bei uns ist dieses Blatt anerkannter Teil des Gottesdienstes. Kritisch bleibt die Ressourcen-Frage.

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