Anschnallen: Was sich Theologinnen wünschen

Wolfgang Gourgé @, Freitag, 17. April 2026, 00:28 (vor 133 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hier noch eine Kritik aus der theologischen Richtung:

https://www.gemeindenetzwerk.de/?p=22478#more-22478

Nicht aus "der", sondern aus "einer" theologischen Richtung.

...ja. Offensichtlich aus einer - ich formuliere mal neutral - sehr konservativen. Das macht deren Widerspruch aus meiner Sicht so erwartbar wie problematisch. Denn die Diskussion um das Gesangbuch hat genaugenommen nichts mit einem konservativ-progressiv-Schema zu tun, ebensowenig, wie die "Trennlinie" im katholischen Bereich notwendigerweise zwischen Anhängern der alten und solchen der neuen Liturgie nach dem Konzil verläuft. Man kann theologisch liberal sein - und trotzdem gegen das neue Gesangbuch, und man kann Anhänger der nachkonziliären Theologie sein und trotzdem gegen Pop & Co. als Kirchenmusik. Und man kann auch als Zugehöriger zur LGBTQ+ - Community liturgisch konservativ sein und gewaltige Weihrauchwolken und ebensolche Orgel-Klangteppiche schätzen. Zudem ist die "worship"-Richtung auch gerade im evangelikalen Milieu verbreitet, und das ist sicher nicht liberal oder "progressiv". Westenfelder hat hier wesentlich klüger argumentiert, nämlich jenseits solcher verengten und immer auch klischeehaften Blickwinkel und Milieugrenzen.

Einiges aus dem verlinkten Text - dem das Weglassen der einen unangenehm agitatorischen Unterton erzeugenden Ausrufezeichen gutgetan hätte - scheint immerhin berechtigt, etwa die Kritik an den nicht-deutschen Liedern (das Argument, es gäbe genug englische Liederbücher, die auch verwendet würden, ist plausibel) und insbesondere am Text aus der "Bibel in gerechter Sprache" für den 9. November. Da wäre die Buber/Rosenzweig - Übersetzung wirklich passender. Auch die Einwände gegen EG 311 halte ich für überzeugend, ich habe neulich ja ähnlich argumentiert - andere Länder/Sprachen, andere Geschlechter für den heiligen Geist.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum