St. Michael Saarbrücken

Karsten @, Samstag, 23. Mai 2026, 22:59 (vor 96 Tagen) @ MCVL

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude


Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

Hallo!

Das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt sicher noch manche Beispiele mehr, aber mir fallen zum Beispiel die Sauer-Orgel in Bremen, die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim und nun auch die Orgel in St. Michael in Saarbrücken ein, wo bei großangelegten Restaurierungen leider nur historisierende Spieltische gebaut wurden, die vor allem auf moderne Spielhilfen "setzten" (pun intended). In der Christuskirche Mannheim wurde eine Freie Kombination realisiert, aber wohl nur deswegen, um Gastorganisten eine Spielhilfe zu bieten, ohne dass sie sich durch die komplexe Setzeranlage kämpfen müssen.

Zugegeben, da der Spieltisch original ist, passt das in dem Zusammenhang nur bedingt. Aber vor vielen Jahren gab Bernhard Haas ein Konzert an der historischen Klais-Orgel in der Marienkirche Kaiserslautern, u.a. mit einer Reger-Choralfantasie. Nach dem Konzert meinte einer der Ortsansässigen, der sich wohl für die Restaurierung der Orgel sehr engagiert hatte, sinngemäß zu Haas: Sie sind der erste Organist, der unsere neue Setzeranlage verschmäht hat. Worauf Haas erwiderte, dass Reger an so einer Orgel mit diesen alten Spielhilfen gespielt werden müsse.

Gruß
Karsten


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