Die ungeliebte Walze

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 16:16 (vor 93 Tagen) @ Karsten

In dem Zusammenhang sei auf die sehr interessante Dissertation von Balazs Szabo verwiesen, der sich intensiv mit der Straube-Schule und der damaligen historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt hat. Eine der Erkenntnisse war, dass die Walze in manchen Traditionen weniger für das "planlose" rauf- und runterdrehen eingesetzt wurde (wie es später zur Diskreditierung dieser Spielhilfe immer wieder verbreitet wurde), sondern eher als Vorrat fester Kombinationen, die durch das Drehen schnell und gezielt abgerufen werden konnten.
Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten gab und die Walzen auch anders eingesetzt wurden, steht außer Frage.

Gruß
Karsten

Genau, bei mir "zuhause" ist die Walze nicht nur, aber besonders bei Impro eine fünfte freie Kombination. (Obwohl ich in meinen ersten Dienstjahren da schon einige Leiterbahnen abgeklebt habe, ist zum Fortissimo hin immer noch zu viel Windverbrauchendes dabei - da müsste ich mal wieder ran.)
Ich sehe das auch bei den Windregelungen ähnlich. Es wird zu oft rauf- und runtergefahren, und dieser Effekt nutzt sich sehr schnell ab. Interessanter wäre, ein Stück bzw. einen musikalischen Abschnitt in konstant verändertem Druck zu spielen. Besser noch, wenn die Regelung nicht alle Teilwerke erfasst, dann kann man die verbleibenden für ÜBergänge o. ä. nutzen, wenn dann der Winddruck wieder verändert wird.


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