St. Michael Saarbrücken

MCVL @, Sonntag, 24. Mai 2026, 09:35 (vor 96 Tagen) @ elias.orgel

Bernhard Leonardy weiß nicht , wie man an dem neuen MIDI usw. Spielisch eine Quarte reinprogrammien kann, Pedal auf 2. Manual programmieren kann ( Mithilfe 4. Manual Ausweich) damit es sich wie 32' Zunge anhört...
Ohne 32' ist alles nix.... gib mir eine passende Quarte für die Pedal 16' Zunge, z.B. aus dem Schwellwerk....spannendes Klangphysikkolloquium bei den Prof. Bernhard Leonardy bzw. Vincent Dubois
Digitalspieltischentdeckungen und Experimentierfreude

Naja, vielleicht sollte man sich dem Instrument eher mit den Möglichkeiten nähern, die Späth 1925 zur Verfügung gestellt hat, ohne Einprogrammieren usw usw. Wahrscheinlich wäre das vernünftiger und authentischer.
Ein moderner Spieltisch mit seinen Zusätzen mag immer praktisch sein, aber er verfälscht an einem solchen historischen Instrument auch die ursprünglichen Möglichkeiten und verwischt damit das einstige Grundkonzept.
Leonardy und Dubois wären besser beraten, sich mit den ursprünglich vorhandenen Spielhilfen und Koppeln zu beschäftigen und daraus ihren Umgang mit dieser Orgel zu erarbeiten. Wäre ehrlicher und manchmal muss man halt auch die historischen Hintergründe und Gegebenheiten akzeptieren, mehr Respekt gegenüber einer historischen Konzeption wagen.

Das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt sicher noch manche Beispiele mehr, aber mir fallen zum Beispiel die Sauer-Orgel in Bremen, die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche Mannheim und nun auch die Orgel in St. Michael in Saarbrücken ein, wo bei großangelegten Restaurierungen leider nur historisierende Spieltische gebaut wurden, die vor allem auf moderne Spielhilfen "setzten" (pun intended). In der Christuskirche Mannheim wurde eine Freie Kombination realisiert, aber wohl nur deswegen, um Gastorganisten eine Spielhilfe zu bieten, ohne dass sie sich durch die komplexe Setzeranlage kämpfen müssen.

Zugegeben, da der Spieltisch original ist, passt das in dem Zusammenhang nur bedingt. Aber vor vielen Jahren gab Bernhard Haas ein Konzert an der historischen Klais-Orgel in der Marienkirche Kaiserslautern, u.a. mit einer Reger-Choralfantasie. Nach dem Konzert meinte einer der Ortsansässigen, der sich wohl für die Restaurierung der Orgel sehr engagiert hatte, sinngemäß zu Haas: Sie sind der erste Organist, der unsere neue Setzeranlage verschmäht hat. Worauf Haas erwiderte, dass Reger an so einer Orgel mit diesen alten Spielhilfen gespielt werden müsse.

das sehe ich überhaupt nicht so...

generell habe ich große Probleme damit, wenn mir jemand erklären möchte, dass nur ein Weg, und selbstverständlich "sein" Weg der einzig richtige, wahre und seeligmachende Weg ist
- Loriot: nur so werden sie richtig gemischt

wenn ich das richtig verstanden habe, dann war gerade die Aera der großen pneumatischen Orgeln geprägt von vielen technischen Innovationen welche vorher kaum denkbar waren
darf mann, muß mann, soll mann überhaupt ein Stück aus der Zeit auf einem mechanischen Instrument spielen oder in einem anderen Land oder bei OBI

ich fand Bach auf der Sauer Orgel in Dortmund Dorstfeld durchaus überzeugend (Thomaz Nowak) auch wenn ich die Orgel selbst nicht so geschätzt habe...

und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es mir persönlich sogar ziemlich egal was Reger oder Bach oder... zu meinen Transkriptionen (Orgel 4.0 ist wahrscheinlich weniger eine Interpretation - but that's another story - never mind ;-) sagen würden

natürlich mag es eine durchaus ambitionierte Idee sein die Musik genau so erklingen zu lassen wie "zu der Zeit", wie "der Komponist es gemeint hat" oder...
ich finde aber die Vorstellung äußerst charmant, dass zu einer wahren historischen Aufführungspraxis auch die Läuse in den Perücken gehören und und und

auch kann ich nachvollziehen, dass bei Orgelneubauten gänzlich auf diese ganzen technischen Spielereien verzichtet wird (aus welchen Gründen auch immer)

aber was weiß ich schon... ich habe Kirchenmusik ja nicht ordentlich studiert...

macht das Schreiben mit Federkiel und Tinte das Geschriebene automatisch besser?
abgesehen davon ist jedes Instrument Teufelszeug und lenkt nur von der reinen wahren Musik der menschlichen Stimme (Vox Humana) ab...

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im übrigen bin ich der Meinung, dass kein Forum zerstört werden
- aber wirklich jeder unbedingt öffentlich mitteilen muss wenn er gedenkt dasselbe zu...
verklären - verklagen - verlassen - Zutreffendens bitte streicheln

Ich glaube, es hat niemand hier erklärt, daß es nur einen alleine gültigen Weg gibt.
Es gibt genügend moderne Orgeln mit Setzeranlagen, wo diese auch Sinn machen. Aber bei einer Orgel von 1925 hat so etwas meiner ganz persönlichen Meinung nach wenig bis gar nichts verloren, im Gegenteil, es ist doch eine Herausforderung, mit den damaligen technischen Möglichkeiten zu arbeiten. Außerdem ist es auch ein wenig ein Mangel an Respekt vor solchen Instrumenten, wenn man meint, man müsse ihnen die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts aufs Auge drücken und ohne diese Möglickeiten solche Orgeln womöglich sogar als minderwertig ansieht.
Oder sollen wir demnächst zulassen, daß in Rot an der Rot oder Freiberg eine elektrische Registertraktur eingebaut wird, um Setzer zu realisieren? Ja, mag etwas Äpfel mit Birnen verglichen sein, aber würde in dieselbe Richtung gehen.

Hut ab vor Bernhard Haas und seinen Umgang mit der Orgel in Kaiserslautern!

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)


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