Die ungeliebte Walze

MCVL @, Montag, 25. Mai 2026, 22:12 (vor 93 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von MCVL, Montag, 25. Mai 2026, 22:22

Was spricht gegen die Verwendung der Walze bei entsprechender
Literatur?
Johannes Lang verwendet sie regelmäßig an
der Sauer Orgel der Thomaskirche Leipzig.


Hallo!

Gegen die Verwendung spricht, wenn sie nicht gut eingestellt ist und/oder der/die Spieler damit nicht umgehen können.

In dem Zusammenhang sei auf die sehr interessante Dissertation von Balazs Szabo verwiesen, der sich intensiv mit der Straube-Schule und der damaligen historischen Aufführungspraxis auseinandergesetzt hat. Eine der Erkenntnisse war, dass die Walze in manchen Traditionen weniger für das "planlose" rauf- und runterdrehen eingesetzt wurde (wie es später zur Diskreditierung dieser Spielhilfe immer wieder verbreitet wurde), sondern eher als Vorrat fester Kombinationen, die durch das Drehen schnell und gezielt abgerufen werden konnten.
Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten gab und die Walzen auch anders eingesetzt wurden, steht außer Frage.

Gruß
Karsten

Diese interessante Angelegenheit müsste man auch mit Blick auf die von den jeweiligen Orgelbauern angewendete Technik genau beleuchten.

Bei manchen Konstruktionen wird bei Betätigung der Walze (oder in der Frühzeit auch als Tritt realisiert) die Windzufuhr zum Handregisterapparat unterbrochen, so dass keine Handregister dazu addiert werden können.

Aber in der Hinsicht machen auch die ganzen Anzeigevorrichtungen Sinn, sei es auf pneumatischem Weg wie bei Weigle (da hätte es bei dem schon mehrmals zitierten Peter Griesbacher angefangen zu köcheln, da die Anzeigevorrichtung genau die Stelle seiner geliebten Registertastatur einnanhm) oder (wie bei Späth) mit Kennzeichnung auf den Klaviaturbacken. Man ist bei diesen Werkstätten genau im Bilde, bei welcher Stufe welche Register oder Koppeln einsetzen.

Es kommt auch auf die Konstruktion des Registerschwellers an, ob dessen Zusammensetzung/Folge einfach geändert werden kann. Bei der Bauweise, die Späth oder Weigle bis um 1905 herum angewendet hatten, wäre es eine ziemliche Bastelei, später wurden dann Registerschweller angewendet, deren Folge man mit wenigen Handgriffen verändern kann bzw. dies auch schnell wieder revidiert hat.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)


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