Setzen in der Praxis...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. Mai 2026, 08:37 (vor 93 Tagen) @ ArnezN

Vollkommen richtig, der Begriff "Praxistauglichkeit" war nicht richtig gewählt. Die individuell bewertete Praxistauglichkeit hängt davon ab, inwieweit der/die Spielende bereit ist, sich auf das Instrument einzulassen. Und das ist tatsächlich eine Frage der Bequemlichkeit, bei der man ggf. Abstriche machen muss.

Einen /8-Mercedes kann man auch mit auf Servolenkung umbauen, das Fahrgefühl der 70er bekommt man aber nur ohne. Und es ist dann eben mehr Arbeit und Anstrengung beim Fahren.

Zur Praxistauglichkeit gehört auch die Verfügbarkeit lebender Spielhilfen. Nun bin ich selber schuld, wenn ich kaum Orgelschüler habe oder nur welche, die es zeitlich nicht einrichten könnten, ein Konzert mit vorzubereiten. Auch fällt es mir grundsätzlich grundsätzlich schwer, andere um Hilfe zu fragen (weshalb ich mein Dienstinstrument mit einer Einrichtung versehen habe, die mir das Stimmen ohne Tastenhalter erlaubt). Also, in diesem Fall sitze ich im Glashaus.

Umgekehrt: Meine eigenen Erfahrungen als Registrant - was ja doch mehr Proben erfordert, als nur umzublättern - möchte ich, trotz in frühen Jahren mancher stressiger Momente, nicht missen. Oft dachte ich mir: Das Stück will ich auch einmal spielen! Abgesehen davon, dass man bei den richtigen Leuten natürlich auch Inspiration für das Spiel selbst bekommt. Oder wenn man in Gegenwart des Lehrers der "anderen" Orgelklasse registriert. Daher könnte man auch fragen, inwieweit die Verfügbarkeit von Setzeranlagen, gerade auch an Hochschulen und zugeordneten Kirchen-Orgeln, die Ausbildung von Organist:innen verändert.


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