Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

Orlos @, Dienstag, 21. Januar 2014, 21:38 (vor 4602 Tagen) @ kjz1

Vielen Dank für die ausführlichen und mit Bildern gut verdeutlichten Bericht.
Mit dem Denkmalschutz in Rheinland-Pfalz habe ich nun bei zwei Orgelprojekten schon zu tun gehabt. Mein Problem mit dieser Behörde ist die Art der Entscheidungsfindung. Jedesmal lief es so, dass da eine einzelne Person in der Kirche erschienen ist, irgendwelche doktrinären Entscheidungen verkündete, die aber meines Erachtens erst in diesem Augenblick entstanden sind. Am "witzigsten" war, als die Person wechselte und sich die aktuell Verantwortliche ganz abfällig gegen die Vorgaben ihres Vorgängers äußerte. Wir fanden diese "Entscheidung" damals genauso bescheuert, aber bei wem hätte man sich beschweren sollen? Also: Diese Vorgaben sind oft einfach nur persönliche Vorlieben des Entscheiders und werden vom Nachfolger gern ganz anders gesehen. Hier scheint es kaum objektive Maßstäbe zu geben. Und das Ganze finde ich reichlich befremdlich, da es sich um Entscheidungen handelt, die einige Jahrzehnte (wenn nicht noch länger) bestehen bleiben.
Noch eine andere Geschichte: Hier steht ein alter Kirchturm. Als die Häuser um den Kirchturm herum renoviert wurden, bestand der Denkmalschutz darauf, dass sie wie der Turm steinsichtig (also unverputzt) sein mussten, was zu erheblichen Mehrkosten geführt hat. Kurz darauf wurde der Kirchturm renoviert und die gleiche Behörde verlangte nun, den Kirchturm zu verputzten! Jetzt passen die Häuser gar nicht mehr zu dem Turm! Irrsinn? Jawohl.
In einer meiner Dienstkirchen wollten wir die 1932 elektifizierte Schwalbennestorgel (mit originaler Lade von 1869) wieder mit einer mechanischen Spielanlage ausstatten. Die Empore hätten sie mir genehmigt, nicht aber den Zugang dorthin. So viel Geld wie in Regensburg für einen Aufzug haben wir leider nicht. Also bleibt sie elektrisch.
Der Denkmalschutz behandelt Kirchen gerne wie unbelebte Gebäude, die möglichst unangetastet bleiben sollen. Aber Kirchen sollen der Liturgie dienen und einen Gottesdienst ermöglichen, zu dem auch die Musik gehört.


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