Alles Banane? Würzburg MHS auf der Klais-Homepage

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 22. August 2024, 08:59 (vor 737 Tagen) @ Orlos

Welche "Breitenwirkung" haben einzelne Orgelprojekte überhaupt noch?

Mit solchen Maßstäben machen wir uns doch alles kaputt.


Naja, Elbphilharmonie, Riesen-Orgel in Wien, Passau, Notre-Dame Paris, das sind schon Projekte, die medial begleitet werden, selbst in "normalen" Nachrichtensendungen wird berichtet, vorgestern war 'mal wieder ein Artikel über Klais in der FAZ.
Das sind aber alles auch hörbare Instrumente, während eine Musikhochschule eher abgeschirmt agieren muss.

Sprechen wir jetzt aber von Popularitäts-Breite oder Wirkung in die Fachwelt, also für Orgelbauer, Komponisten....?

Die oben genannteten Instrumente haben, vielleicht mit Ausnahme von NDdP, das über Cochereau und seine Improvisationen wohl in manche Orgelgestaltung andernorts hineingewirkt haben dürfte (nicht zuletzt in Deutschland), keine fachliche breite Wirkung entfaltet. Als jemand, der täglich Touristen in die Orgel führt, bin ich mir des Wertes der populären Rezeption durchaus bewusst und pflege diese auch.

Ich sehe es wie Poupoulcourouse - Sinzig wirkt auf Köln St. Peter, Köln St. Peter wirkt z. B. auf Hamburg Nicolai, Kassel St. Martin, Berlin Zionskirche. Ein wenig sogar auf das, was zu Rostock gedacht wird (Ob es da jemals eine reale "Wirkung" gibt, wird zu beweisen sein). Wollte man wieder mit Marketing anfangen, könnte Peter Bares (RIP) behaupten, dass jede Orgel, die sowohl Winddruckverstellung wie auch Idiophone aufweist, von seinen Gedanken inspiriert sei.
Aber klar, das wären weniger als 5 Prozent der existierenden Instrumente.

Daher will ich auch nicht übertreiben - denn die Winddruckverstellung hat es gerade noch ein bißchen nach Frankreich geschafft (Radio France, Pariser Philharmonie), aber in England wird man all diese Dinge weiterhin vergeblich suchen, trotz Überarbeitung und Neubaus großer Instrumente. Insofern bin ich ja angetan davon, dass zumindest die Spielereien mit bzw. Gedanken über die "Orgue à structure variable" in Frankreich verfangen haben.

Wir müssen auch zugeben, dass die letzten fachlichen Breitenwirkungen alle retrospektiv waren - französisch-symphonisch, deutsch-romantisch, englisch-romantisch. Und begonnen hat es mit Neo-Barock oder Neo-Klassik. Ähnlich wie in der Komposition haben wir doch Stochern im Nebel, und breit wirkende Strömungen, seien sie regional oder temporal, sind nicht wirklich zu erkennen.


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